{"id":108,"date":"2006-06-10T12:18:01","date_gmt":"2006-06-10T11:18:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/betrayal-at-house-on-the-hill\/"},"modified":"2010-09-22T21:18:19","modified_gmt":"2010-09-22T19:18:19","slug":"betrayal-at-house-on-the-hill","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/betrayal-at-house-on-the-hill\/","title":{"rendered":"Betrayal at House on the Hill"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/reviews\/betrayal.jpg\" align=\"left\" hspace=\"10\"\/>Verlag: Avalon Hill<br \/>\nAutor: Bruce Glassco<br \/>\nSpieleranzahl: 3-6<br \/>\nAlter: ab 16 Jahre (Spiel ist komplett auf Englisch)<br \/>\nSpieldauer: 60-180 Minuten<\/p>\n<p>Ein kleines Missgeschick verschl\u00e4gt mich und einige Mitspieler in das Geisterhaus auf dem H\u00fcgel. Doch kaum betreten wir das Haus, f\u00e4llt die T\u00fcr hinter uns ins Schloss und l\u00e4sst sich nicht mehr \u00f6ffnen. Was jetzt? Na ja, erkunden wir erst einmal das Haus und sehen was passiert&#8230;<\/p>\n<p>So stimmungsvoll beginnt eine Partie \u201eBetrayal at House on the Hill\u201c (im folgenden einfach <em>Betrayal<\/em> genannt). Anders als bei den meisten deutschen Spielen der letzten Zeit ist diese Einleitung auch durchaus wichtig, denn auf der Skala Abstrakt-Thema liegt diese Avalon Hill-Neuheit ganz weit rechts &#8211; so weit wie bei keinem anderen Spiel, das im letzten Jahr auf meinem Spieltisch lag.<\/p>\n<p>Aber wir wollen die tapferen Streiter in der Eingangshalle nicht vergessen! Wie geht\u2019s weiter? Nun, erst einmal wird das Haus erkundet. Dies geschieht ganz einfach durch Anlegen neuer Raumkarten, so wie man es aus Fantasyspielen wie <em>Drachenhort<\/em> kennt. Zwischendurch gibt es Ereignisse, die Stimmung bringen und die Ausgangslage sch\u00f6n flexibel gestalten. Soweit w\u00e4re das Spiel nicht weiter beachtenswert, doch schon bald beginnt die zweite Spielphase: Jedes mal wenn eine <em>Omen<\/em>-Karte gezogen wird (was beim Betreten bestimmter R\u00e4ume geschieht) wird gew\u00fcrfelt, ob der eigentliche Spuk losgeht. Ist das soweit wird &#8211; je nach Ausl\u00f6sungsort und -Karte &#8211; eines von 50 (!) Szenarios bestimmt, mit dem es weiter geht. Und die haben\u2019s in sich!<\/p>\n<p>Bei jedem Spuk wird einer der Mitspieler zum Verr\u00e4ter und bekommt ein eigenes Heftchen, wo ihm verraten wird, wie es soweit kommen konnte und vor allem, was er jetzt zu tun hat. Au\u00dferdem werden ihm in der Regel einige Monster an die Seite gestellt. Die anderen Mitspieler haben nun ein eigenes Heft, mit eigenem Spielziel und z.T. eigenen Regeln, die sie beachten k\u00f6nnen. Der Gag ist: Keine Partei hat die Informationen der Gegenpartei! Also tappt man ein bisschen im Dunkeln, was die anderen f\u00fcr ein Ziel verfolgen.<\/p>\n<p>So kann es z.B. sein, da\u00df pl\u00f6tzlich im Erdgeschoss einige D\u00e4monen nebst Oberd\u00e4mon auftauchen. Die Gruppe der Nicht-Verr\u00e4ter (im Spiel \u201eHelden\u201c genannt\u201c m\u00fcssen sich nun beraten &#8211; Was tun? Da sich die Charaktere in vier Werten unterscheiden, sind einige Planungen m\u00f6glich. So k\u00f6nnte der Professor zum j\u00fcngst entdeckten Safe geschickt werden, da er das n\u00f6tige Wissen hat, diesen zu knacken. Der Football-Spieler k\u00f6nnte versuchen die D\u00e4monen vom j\u00fcngst entdeckten Pentagramm-Raum im Keller fernzuhalten (Zwar wissen die Helden nicht, ob die D\u00e4monen dieses Ziel haben, aber da sich die Szenarios oft an klassischen Horror-Genres orientieren, kann man zumindest erste Vermutungen aufstellen), w\u00e4hrend der dritte Spieler erst einmal weiter neue R\u00e4ume erkundet.<\/p>\n<p>Der Verr\u00e4ter muss sich nat\u00fcrlich alleine f\u00fcr eine Taktik entscheiden. Daf\u00fcr hat er einige neue F\u00e4higkeiten bekommen, die ihm helfen seine Aufgabe zu erledigen. Au\u00dferdem steuert er nat\u00fcrlich alle aufgetauchten Monster. Diese k\u00f6nnen im Gegensatz zu den Menschen im Haus nicht sterben, bestenfalls aufgehalten werden.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich gewinnt, wer seine Aufgabe als erstes erledigt. Die Aufgaben k\u00f6nnen recht einfach gestrickt sein (\u201eT\u00f6tet alle Mitspieler\u201c), aber auch etwas komplizierte Vorg\u00e4nge beinhalten und sind generell sehr abwechslungsreich gestaltet und stimmungsvoll in das jeweilige Spiel eingebettet. Zudem sind die Spannungsb\u00f6gen fast immer optimal: Die Ereignisse spitzen sich immer weiter zu und bis zuletzt ist offen, wer die Oberhand behalten wird.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich ist <em>Betrayal<\/em> eines der innovativsten Spiele der letzten Jahre. Das \u201eFeeling\u201c entspricht dem eines guten Computeradventures und ist selbst dann noch spannend, wenn der eigene Charakter vorzeitig das Zeitliche gesegnet hat.<\/p>\n<p>Das Spielsystem bedingt allerdings dass es einen Haufen Regelfragen gibt, die z.T. nicht eindeutig gekl\u00e4rt werden k\u00f6nnen. Aufgrund des Realismusgehaltes des Spieles, konnte man sich aber in meinen Runden bislang immer recht schnell auf eine \u201elogische\u201c L\u00f6sung einigen. Au\u00dferdem muss klar sein, da\u00df <em>Betrayal<\/em> nat\u00fcrlich kein Strategiespiel im klassischen Sinne ist. Nat\u00fcrlich sind Taktiken m\u00f6glich, aber es wird auch viel mit W\u00fcrfeln und Karten entschieden und gerade die erste Spielh\u00e4lfte beschenkt die Spieler z.T. sehr unterschiedlich. Dennoch ist aufgrund des Teamplays und des \u201eL\u00f6sen\u201c des Szenarios deutlich mehr Taktik \u201edrin\u201c als bei vergleichbaren Spielen wie \u201eR\u00fcckkehr der Helden\u201c oder \u201eTalisman\u201c. Wer jedoch abstrakte Strategie erwartet ist fehl am Platze. Schach ist <em>Betrayal<\/em> nun einmal nicht.<\/p>\n<p>Die Ausstattung ist sehr ordentlich, auch wenn man nat\u00fcrlich nicht erwarten sollte, dass die Minaturen-Flut einem <em>HeroQuest<\/em> oder <em>Doom<\/em> entspricht; die Monster sind auf Countern dargestellt, was sich aufgrund der atmosph\u00e4risch gestalteten R\u00e4umen und Karten aber verschmerzen l\u00e4sst. \u00c4rgerlicher sind da schon die zahlreichen Druckfehler im Regel- und Szenarioheften, zudem man die Erratas ja schlecht ausmerzen kann, ohne sich den Spa\u00df zu verderben. Wer sich die deutschen Texte hier auf www.spielbar.com herunterl\u00e4dt hat aber Gl\u00fcck gehabt, da dort die meisten Fehler bereits ausgemerzt sind.<\/p>\n<p>Vorsicht Lobpreisung: <em>Betrayal at House on the Hill<\/em> ist f\u00fcr mich ein wahr gewordener Traum. Als Fan der klassischen Adventures habe ich immer wieder nach einem Spiel gesucht, dass diese Atmosph\u00e4re vom Computer auf das Brett \u00fcbertr\u00e4gt, ohne zu einem Solospiel zu werden. <em>Betrayal<\/em> erf\u00fcllt genau das: Man will den Fall l\u00f6sen (bzw. als Verr\u00e4ter ein Ziel erreichen) und ist wirklich gespannt, wie sich die vom Spiel erz\u00e4hlte Geschichte entwickelt. Einzigartig! Das T\u00fcpfelchen auf dem i: Da die Szenarien im allgemeinen an die Spieleranzahl angepasst werden sind alle Kombinationen von 3 bis 6 Spielern gleich gut m\u00f6glich und selbst bei hohen Spielerzahlen \u00fcbersteigt die Spieldauer niemals die absolut maximalen 3 Stunden. Zu viel Lobhudelei? Mir egal! <em>Betrayal<\/em> ist ein Spiel, das es wahrhaft wert ist gekauft zu werden (Schon allein, damit mehr Spiele dieser Art erscheinen), da spiele ich gerne mit meinem Ruf als ernstzunehmenden Rezensenten&#8230;<\/p>\n<p>Ach ja, unseren Freunden gelang es \u00fcbrigens das Ungl\u00fcck abzuwehren und die D\u00e4monen zur\u00fcck in die H\u00f6lle zu jagen. Wie das gelang und ob der Pentagrammraum was damit zu tun hatte, soll an dieser Stelle nicht verraten werden&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verlag: Avalon Hill Autor: Bruce Glassco Spieleranzahl: 3-6 Alter: ab 16 Jahre (Spiel ist komplett auf Englisch) Spieldauer: 60-180 Minuten Ein kleines Missgeschick verschl\u00e4gt mich und einige Mitspieler in das Geisterhaus auf dem H\u00fcgel. Doch kaum betreten wir das Haus, f\u00e4llt die T\u00fcr hinter uns ins Schloss und l\u00e4sst sich nicht mehr \u00f6ffnen. Was jetzt? 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