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Portrayal

Verlag: Braincog
Autor: William (“Bill”) Jacobson
Spieleranzahl: 3-10
Alter: ab 10 Jahre
Spieldauer: 30-45 Minuten

Lieber Leser, schnapp Dir mal einen Stift und ein Blatt Papier! Warum? Du kannst gleich mitspielen! (Mit der Einschränkung, dass mein Scanner nicht funktioniert und ich daher leider das echte Bild nicht nachreichen kann. Naja, dann schummelt wenigstens niemand)

Also ich ziehe ein Bild aus der grossen Schachtel und schiebe es in den Schuber, ohne die Kategorien darunter anzusehen. Ich studiere es etwas und schalte dann die Uhr an, die piept wenn meine Zeit abgelaufen ist. Du, lieber Leser, zeichnest was ich sage! Und improvisierst ein wenig! Und wenn die Zeit um ist hörst du auf! Kapiert? Siehst Du, war doch gar nicht schwer!

Also: Das Bild zeigt eine Gurke mit Sonnenbrille auf einem Liegestuhl. Die Lehne ist auf der linken Seite des Bildes, die Gurke ist im Profil, guckt also nach rechts. Sie hat eine Schirmmütze auf, eine Sonnenbrille, ein grosses Lachen auf dem Gesicht und einen Drink in der linken Hand, die rechte Hand ist unter ihrem Kopf. Der Drink ist in einem Glas mit Sonnenhütchen. Ihre Füsse stecken in Sandalen, Beine sind überkreuzt und sie ist gestreift und… Zeit aus! Mist!

Jetzt gibt es 10 Kategorien. Wer eine Kategorie erfüllt bekommt einen Punkt. Wenn mindestens ein Spieler eine Kategorie erfüllt hat bekomme ich als Erklärer ebenfalls einen Punkt für diese Kategorie.
In unserem Spiel sind das:
1.) Mindestens an einem Fuss sind Zehen sichtbar.
2.) Die Gurke trägt eine Schirmmütze.
3.) Nur eine Hand ist zu sehen.
4.) Die Gurke hat keine Ohren und keine Nase.
5.) Da ist ein Schirmchen im Drink.
6.) Die Gurke trägt eine Sonnenbrille.
7.) Die Gurke lächelt.
8.) Man sieht mindestens 5 Streifen auf der Gurke.
9.) Man sieht die Augenbrauen der Gurke.
10.) Der Drink befindet sich zwischen Füssen und dem Mund der Gurke.

Na, alles geschafft? Gut, ich hab nicht alles erklärt, aber mit etwas Übung achtet man mehr auf Zehen, Augenbrauen und Finger, denn die werden oft gefragt.

Mittlerweile sollte auch jeder mitbekommen haben, ob ihm diese Art Spiel liegt. Partyspielfreunde werden an Portrayal ihren Spass haben, zeichnen sollte man aber schon zumindest ansatzweise mögen. Die Bilder sind abgedreht und abwechslungsreich genug um langfristigen Spielspass zu bieten. Insofern gibt es kaum Kritikpunkte. Nur die Uhr ist Mist, meine ging bereits nach 3 Partien kaputt – man kann sie nur noch abstellen, wenn man die Batterien rausnimmt.
Meine Beurteilung kann ich damit schliessen, dass Portrayal mittlerweile schon fest eingeplant ist, wenn meine Eltern zu Besuch kommen. Einmal weil sie das Spiel sehr mögen und einmal weil es tatsächlich zu den wenigen Partyspielen gehört, die auch zu dritt gut spielbar sind.

Noch eine Anmerkung: Portrayal basiert auf derselben Grundidee wie Jam Dudel von Jonathan Leistiko, was ich in meinem gleichnamigen Buch beschrieben habe. Jam Dudel funktioniert aber nur als Teamspiel und die Wertung ist nicht so klar wie bei Portrayal. Dafür kann man es eben überall mit Papier und Stift spielen. Eine Alternative, aber kein Ersatz. Wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich mittlerweile Portrayal klar vorziehen.

Peer Sylvester

Begann seine Spielerkarriere recht früh, weil sein Vater einen Gegner beim Schach brauchte. Berufswunsch in der dritten Klasse: “professioneller Schachspieler”. Lebt in Berlin und arbeitet als Lehrer für Mathematik und Chemie. Hat bereits erfolgreich seine ersten Spiele als Autor bei verschiedenen Verlagen veröffentlicht.
Peer Sylvester

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