Dream Islands

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Verlag: Schmidt Spiele
Autor: Lorenz Kutschke
Spieleranzahl: 2-4
Alter: ab 8 Jahre
Spieldauer: 20 Minuten

Disclaimer: Da ich auf so mancher Presseliste stehe, bekomme ich manchmal Angebote für Rezensionsexemplare. Normalerweise bin ich da recht wählerisch, da ich nichts anfordern möchte, das ich dann nicht spielen möchte oder so. Dabei habe ich jetzt einen Fehler gemacht und zwei Spiele von Schmidt bestellt. Erst als sie ankamen fiel mir ein: Ich stehe bei Schmidt unter Vertrag, denn die haben ja mein Spiel Stadt, Land, Fluss Extreme veröffentlicht. Ich bekomme also Geld vom Verlag. Da das Kind aber nun einmal in den Brunnen gefallen war, wollte ich jetzt aber dennoch meiner Rezensentenpflicht nachkommen und die Spiele besprechen. Das folgende ist also nur unter dieser Warnung zu lesen! Mea Culpa!

 Meine Tochter konnte nur enttäuscht werden. Als ich sie fragte, ob wir „Dream Islands“ spielen wollten, meinte sie: „Oh ja! Meine Trauminsel hat Einhörner und Magie und es gibt leckeres Eis und Schokolade!“

Äh, tja, mmh, haben wir alles nicht, bekommen wir auch nicht wieder rein!

Die Trauminseln bei Dream Islands sind Traum-Urlaubsinseln (oder gar Traumurlaub-Inseln?) und das bedeutet wir haben viel Strand, ein paar Bäume und keine Toiletten oder Einkaufsmöglichkeiten. Und Einhörner schon gar nicht! Aber wir haben Urlauber und die laufen von Insel zu Insel, immer schön im Kreis. Die Anzahl der Bewegungspunkte legt der Spieler fest und hat die Auswahl zwischen 2, 3, 4 und 5 derselben. Allerdings muss er natürlich jede Anzahl einmal genutzt haben, bevor er wieder volle Auswahl hat. Und wozu das alles? Um Aufträge zu erfüllen!

Juhu, ein Auftragserfüllungsspiel. (Ein Ausruf so begeistert wie: „Juhu, Mario Götze steht wieder in der Startelf“ oder „Juhu, ich darf wieder Vertretungsunterricht geben“.)

Jeder hat den gleichen Satz Aufträge, aber die Reihenfolge ist zufällig. Daher läuft das Spiel ziemlich genau so ab, wie jedes andere Auftragserfüllungsspiel auch: Man ist dran, man sieht seine Handkarten an, guckt was man erfüllen kann (mit Glück mehrere Karten, mit Pech keine) und erfüllt diese. Und der nächste ist an der Reihe usw. Immerhin wird der potentiell repetitive Ablauf durch die Möglichkeit aufgelockert an einer bestimmten Stelle eigene Urlauber aus dem Spiel zu nehmen und dafür Siegpunkte zu kassieren. Macht weniger flexibel, gibt aber Punkte. Hier ist das Spiel origineller als seine zahlreiche Brüder und Schwestern desselben Genres.

Auftragserledigungsspiele gibt es viele und ich finde ein neues dieser Sorte wenig aufregend. Aber man muss Dream Islands zugestehen, dass es schnell geht und sehr intuitiv ist – Aufträge und Spielprinzip hat jeder schnell intus. Man kann zumindest bei einigen Aufträge zur Not auch Vorlagen für die nächste Runde machen und man darf auch Auftragskarten für später zurücklegen. Das macht die Sache etwas weniger glückslastiger (aber immer noch glückslastig) Es ist damit ein solides Familienspiel und das will es nun auch sein. Wenn man es hat, kann man es spielen und es wird durchaus nicht floppen (zumindest mit mehr als zwei Spielern). Aber richtig zünden tun eher andere Spiele. Niemand müsste vor Dream Islands gewarnt werden. Ein Veriss ist dies hier beileibe nicht.  Aber eine begeisterte Empfehlung eben auch nicht: Wenn ich die Wahl habe, empfehle ich eigentlich immer etwas anderes.