1969

Verlag: Cranio Creations
Autoren: Aurelian Buonfino, Andrea Crespi, Lorenzo Silva, Lorenzo Tucci Sorrentino
Spieleranzahl: 2-5
Alter: ab 12 Jahre
Spieldauer: 45-70 Minuten (je nachdem wie oft die Spieler nachfragen, ob noch jemand  Karten spielen will) (Ja, den Gag versteht man nur, wenn man das Spiel schon kennt)

Endlich, endlich, endlich, endlich!

Endlich ein wirklich gut aussehendes Spiel zum Wettrennen in den Weltraum, bei dem Thema sogar einigermaßen befriedigend umgesetzt ist! Das Wettrennen zum Mond war eine so spannende Sache, komisch das da noch niemand so richtig Hand angelegt hat – zumal die Verlage sich ja langsam aber sich dem Thema „Weltraum“ öffnen.

Die große Überraschung des Spieles: Auch wenn es nicht so aussieht: 1969 ist ein Würfelspiel! Das merkt man erst nicht so, denn wir bekommen jede Runde Geld und geben das dann aus. Und zwar für Wissenschaftler, die wir auf unseren beiden (!) Spielablagen ablegen. Da helfen die in den meisten Fällen beim Würfeln. Oder wir kaufen Karten und die erhöhen unser Würfelergebnis. Ja und dann geht es auch schon auf Mission. Noch nicht zum Mond, sondern auf eine kleine Mission, dorthin wo schon mal ein Mensch war oder auch nicht, aber vor allem dorthin wo es Siegpunkte gibt. Für die machen wir den Kram ja. Missionen kosten Geld und man würfelt. Und setzt gemäß des Ergebnisses auf der Leiste vor und kassiert Punkte. Wer schlecht würfelt hat Pech gehabt,  aber das kommt vor. Je länger das Spiel dauert, desto besser kann man schlechte Würfelergebnisse kompensieren, desto mehr Punkte werden aber auch vergeben.

Nun ist 1969 rund, es funktioniert (jedenfalls ab 3 Spielern. Und abgesehen von der Regel, dass man Karten auch gegen die anderen einsetzen kann, denn die verzögert nicht nur den Spielablauf, sie benachteiligt den Spieler, der in der letzten Runde hinten sitzt enorm).  und es setzt das Thema recht gut um. Es ist ein Würfelspiel, aber das ist kein Problem, wenn man es weiß. Was ein Problem ist, dass 1969 fast keine sinnvollen Entscheidungen, dafür aber jede Menge Blendwerk bietet.

So gibt es zahlreiche Ausbauten, von denen man längst nicht alle mit Wissenschaftlern besetzen kann. Aber: Die eine Hälfte gibt lediglich einen Würfelbonus von +1, wenn das Symbol auf der Mission gefragt ist. Da man selbst bei optimalem Wurf maximal eine 5 mit purem Würfeln erreichen kann, die Mondmissionsleiste aber dreimal so lang ist, muss sich jeder hier früher oder später ausbreiten. Da jedes Symbol bei der Mondmission zählt, ist es unterm Strich egal ob man dasselbe Symbol doppelt besetzt oder zwei verschiedene Symbole jeweils einzeln.  Die anderen sechs Ausbauten sind nicht wesentlich flexibler: Drei geben einen Rabatt von 2 beim Kauf von irgendwas, sind also fast gleichwertig (Und da es die einzige Möglichkeit ist, quasi sein Einkommen zu erhöhen, kommt auch hier niemand anfangs da ganz herum). Zwei weitere verbessern den Würfelwurf und sind bei den ersten Missionen die bessere Alternative gegenüber den Symbolen. Nur das  letzte Feld ist wirklich etwas anderes: Wer eine rote Seite würfelt muss seinen Weg um 1 Feld verkürzen, was schlecht ist. Mit diesem Ausbau ist das immer noch schlecht, aber es gibt wenigstens ordentlich Geld. Das hätte eine interessante Strategie geben können, aber nur eines der sechs Würfelseiten ist rot, so dass der Erwartungswert zu niedrig ist, als dass sich der Kauf lohnen würde.

Als Resultat ergibt sich, dass die Ablagen der Spieler sich alle sehr ähneln – eigentlich macht jeder dasselbe und der Würfel entscheidet über alles. Dann kann man sich das ganze Prozedere aber sparen. Theoretisch könnte man dem anderen seine Auslage mit Spionen verstopfen, da die aber teurer sind, hilft das den anderen, nicht betroffenen Mitspielern.

Ähnliches lässt sich über die Missionen sagen: Die kleinen Missionen bringen wenig Siegpunkte, sind aber leichter zu schaffen. Und eine geschaffte Mission bringt einen Bonus für die letzte Mission. Allerdings ist der Bonus zu klein, um wirklich auf die mittleren Missionen verzichten zu können; Es gibt auf den größeren Missionen einfach zu viele Siegpunkte, als dass der Bonus das wettmachen könnte. Auch hier ist es daher so, dass jeder jeden Missionstyp zumindest einmal versucht und die Mondmission am Ende ist sowieso ein Muss, will man nicht freiwillig letzter werden. Bei den Missionen ist der Weg also ebenso vorgezeichnet, wie bei de Ausbauten.  Das jemand auf eine Mission verzichtet, um Geld zu sparen ist eh völliger Unsinn.

Und so macht jeder in jedem Spiel immer dasselbe. Nur die Würfel fallen mal so und mal anders. Ein bisschen wenig für ein Spiel dieser Preisklasse!

Ein Gedanke zu „1969“

  1. Hallo, Peer
    Ich will jetzt nicht so kritisch klingen. Aber ich hab ne unnötige Sinn-Farge.
    Ist in dem ersten Abschnitt zu deinem Spiel 1969 ein Schreibfehler? Denn müsste es nicht langsam aber sicher heißen? oder ist das nur meine art von deutsch…

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