New kid on the Blog

Es gibt etwas neues auf der Spielbar: Eine Kolumne – oder präziser: Ein Brettspiel-Blog. Von mir. Ab jetzt. Regelmäßig einmal die Woche (Wie regelmäßig muss sich noch zeigen…).

  

Das wirft sofort eine einfache Frage auf:

  

Warum?

  

Nun, die meisten Brettspielseiten beschäftigen sich primär mit Rezensionen. Manchmal fällt auch noch ein kleiner Bericht über eine Messe oder so ab. Was fehlte ist bislang eine kritische Auseinandersetzung mit der Szene, ein Kommentar, eine Analyse von Mechanismen – und damit sind nicht nur die in den Spielen gemeint. In den Foren von Spielbox.de kommt es natürlich auch einmal zu Grundsatzdiskussionen, aber meistens kommt es da eher zu empörten Ausbrüchen einzelner Forumasten, als zu fundierten Analysen.

Nun möchte ich nicht versprechen, dass ich genau die liefern könnte – Gott bewahre!

Was ich hoffe zu liefern sind Denkanstösse und natürlich gut lesbare, unterhaltende Texte. Was ich auf jeden Fall liefere sind Beobachtungen, Eindrücke und lose Gedanken. Eben ein Brettspiel-Blog – genau so etwas, wie das, das es im englischsprachigen Raum schon in hoher Qualität gibt (Boardgamenews, Gone Gaming, Chris Farrells Gaming Blog, Tao of Gaming…)

  

Warum nun gerade ich?

Wer ein Blog startet setzt sich natürlich dem Vorwurf aus, in erster Linie zeigen zu wollen, was für ein toller Hecht man doch ist. Da ist natürlich etwas Wahres dran – was qualifiziert mich, dass ich mich über die Spieleszene erhebe und mich erdreiste über sie zu urteilen?

Genau genommen: Gar nichts. Nunja, vielleicht eines: Ich mache es einfach. Wer schreibt, der bleibt und das gilt eben auch für Blogs. Schreibe ich an jeder Leserschaft vorbei dreht mir Jürgen früher oder später den Hahn ab, wechselt die Passworte und ändert seine Emailadresse. Aber zumindest ein Anfang ist gemacht. Wenn meine geschriebenen Ergüsse tatsächlich Diskussionen auslösen oder zumindest irgendwie geartete Reaktionen auslöst (positive oder negative) hab ich gewonnen: Denn genau das möchte ich. Und natürlich jede Menge Rezensionsexemplare von den Verlagen. Aber das ist natürlich nicht der Hauptgrund. Zumindest nicht offiziell.

  

Soweit das traditionelle Einführung-Blog. Nächste Woche (vielleicht auch schon etwas früher – „Stay tuned“ wie der Anglizist sagt) gibt’s dann das erste inhaltliche Blog.

Bis denne dann,

Peer

Zwei neue Rezensionen: Terra Nova, Looping Louie

Der ein oder andere hat vielleicht mitbekommen, daß es hier in letzter Zeit etwas ruhiger war. Dies lag im wesentlich an einem erhöhten Arbeitsaufkommen – und wird vermutlich auch noch einige Wochen so bleiben.

Nichts desto trotz hat mit Peer Sylvester zwei neue Rezensionen geschickt. Diese sind bereits online. Lassen Sie sich überraschen, wie nun auch endlich Peer von Louie angesteckt wurde… :-)

Rezension zu Terra Nova
Rezension zu Looping Louie

Parthenon

Heute möchte ich mal einen Beitrag ausschließlich einem Spiel widmen: Parthenon von Z-Man Games. Wir haben damit gestern einen wirklich tollen Spieleabend verbracht. Eigentlich handelt es sich dabei um ein Kartenspiel, aber man hat freundlicherweise noch einen kleinen Spielplan mit einer Abbildung des östlichen Mittelmeeres dazugepackt. Meine Frau meinte letztes Jahr auf der Messe dazu: “Na klasse, kaum hat ein Spiel einen beigefarbenen Spielplan mit einer Landschaft drauf, schon müssen wir es kaufen :-) ”

Ansonsten ist Parthenon eigentlich wie Siedler [schnell wegducken], aber welches Spiel ist das nicht? ;-) Also, wir spielen über maximal drei Jahre mit je vier Jahreszeiten. Jede Jahreszeit entspricht einer Spielrunde. In einer Runde werden zunächst allgemeine Ereignisse ausgeführt, anschließend produzieren die eigenen Gebäude Rohstoffe und später auch Handelsware – beides symbolisiert durch Karten. Nach einer Tauschphase, an der alle Spieler beteiligt sind, machen sich unsere Schiffe beladen auf die Reise zu benachbarten oder entfernten Ländereien. Sofern wir dort heil und noch mit Ladung bepackt ankommen, kann dort gehandelt werden und mit den erhandelten Güter anschließend gebaut werden. Anfangs bauen wir weitere Produktionsgebäude, später eher Sonderbauten, die uns besondere Fähigkeiten verleihen.

Das Spiel endet, wenn ein Spieler alle seine Gebäude (jeder hat einen eingenen identischen Satz) gebaut hat oder automatisch nach dem dritten Jahr. Der Reiz des Spiels liegt zum einen darin, friedlich sein Reich aufzubauen. Daneben führt der Handel mit den Mitspielern aber auch zu großer Interaktion. Spannung kommt bei den Überfahrten auf zwei Arten auf: Schafft mein Schiff die Segeltour, oder geschieht unterwegs etwas Schlimmes? Und wenn ich ankomme, was bietet mir der Zielhafen für Tauschoptionen (gute und schlechte). Auch diese sind auf Karten abgebildet und werden erst aufgedeckt, wenn jemand einen Hafen besucht und Handel treiben möchte.

Wenn ich hier also Wertungspunkte angeben könnte: Volle Punktzahl. Und für diejenigen, die so gerne Spiele miteinander vergleichen: Parthenon ist Siedler gepaart mit San Juan und einem kleinen Schuß Entdecker (das alte natürlich!). Kurz: Perfekt!

Das zweite Mal

Also, ich kann nur davon abraten, mit Geocaching (siehe vorheriger Beitrag) anzufangen. Die Folgekosten sind einfach immens. Wir haben gestern unsere erste richtige Tour alleine gemacht und jetzt haben wir den Schlamassel: Meine Frau will auch ihr eigenes Gerät. Und Wanderschuhe brauchen wir vernünftige. Überhaupt muß unser Outdoor-Equipment erheblich ausgeweitet werden!

Aber: Das ist einfach total klasse! Gestern haben wir einen alten Bunker – gar nicht weit von dort weg, wo wir schon ewig wohnen – entdeckt. Dort war ein sehr schöner Cache versteckt, so daß wir natürlich gerne getauscht haben. Die Route von gestern wollen wir dann auch demnächst mal mit meinem Neffen machen. Schön ist, daß zu den einzelnen Orten auf opencaching.de häufig noch weitere Informationen zu finden sind, z.B. historische Anmerkungen. Für die Messe in Essen haben wir uns schon vorgenommen, falls Adlung wieder alte Spiele günstig abgibt, diese zu kaufen und in die Caches zu tauschen. Vielleicht bekommen wir ja so noch den ein oder anderen neuen Mitspieler…

Als Ergänzung werden wir uns wohl jetzt noch das folgende Gerät kaufen. Dabei ist wichtig, darauf zu achten, daß man die europäische Version kauft, ansonsten hat man eine US-Karte installiert:

Geocaching, neues Elektronikspiel

Am Wochenende habe ich ein neues Spiel kennengelernt und bin jetzt ziemlich Feuer und Flamme! Das Ganze nennt sich Geocaching und ist noch mehr durch Elektronik gestützt als schon “King Arthur” oder “Die Insel”. Gut, der Vergleich hinkt ein wenig, wie Sie gleich lesen werden…

Geocaching ist ein wenig wie Schnitzeljagd. Und man spielt es draußen. Also nichts für den als Sesselpupser verschrieenen Nur-Spieler ;-). Also, als Ausgangssituation dürfen Sie sich eine Schatzsuche vorstellen. Irgendjemand hat irgendwo irgendetwas Kleines sicher verpackt versteckt. Sie würden es natürlich gerne finden – den Schatz aber nicht behalten, sondern ihn gegen ein anderes Kleinod tauschen. Nun ist das Finden aber gar nicht so einfach. Alles was Sie haben, sind die Koordinaten eines Augangspunktes, z.B. N 50° 51.716′ E 006° 7.514′. Diese geben Sie nun in ein mobiles Navigationsgerät ein, wie Sie es hier in der Abbildung sehen können.Am Ausgangspunkt finden Sie vermutlich auch schon einen Hinweis auf den nächsten Wegpunkt, auch wieder anhand von Koordinaten. An den einzelnen Wegpunkten sind sehr häufig kleine Rätsel oder Aufgaben zu lösen, um an die nächsten Koordinaten zu kommen. Von Wegpunkt zu Wegpunkt leitet Sie dann das Navigationsgerät.

Verschiedene Webseiten bieten viele sogenannte Caches an. Diese können einfach ausgedruckt oder heruntergeladen und auf einen Palm aufgespielt werden. Zwei bekannte Seiten sind http://www.opencaching.de/ (deutsch) und http://www.geocaching.com/ (englisch). Nach unserem ersten Cache am Samstag habe ich mir dann gestern direkt ein eigenes Gerät bestellt (das oben gezeigte). Wenn alles glatt läuft, werden wir also am Wochenende die nächsten Touren angehen :-)

Die genannten Webseiten bieten übrigens gleichzeitig eine tolle Einleitung zum Geocaching an. Wie bei uns Brettspielern gibt es nämlich auch beim Geocaching einige Regeln – quasi ein Ehrenkodex – die es zu beachten gilt. Toll finde ich z.B., daß man im Internet zu den einzelnen Caches Logbücher finden und so nachvollziehen kann, wer welchen Schatz bereits gefunden hat und was getauscht wurde. So kann man dann seinen eigenen Tauschgegenstand nachverfolgen. Es gibt z.B. Gegenstände, die mit einer Aufgabe versehen von Cache zu Cache wandern sollen und so z.B. die Welt umrunden sollen (Geocaching ist international!). Es gibt auch Caches in denen nur bestimmte Sachen getauscht werden, z.B. Bücher, Lego oder Playmobil.

Total verhunzt…

Wer hätte das gedacht, auch ein “Thurn und Taxis” kann man auf zwei Stunden aufbohren :-( Aber Spaß hat es gestern trotzdem ziemlichen gemacht. Wenn auch Nicolas mal wieder – wie gehabt – gewonnen hat.  ;-) Er ist dabei tatsächlich die Strategie über Baiern gegangen und hat das Spielende über den Verbrauch seiner Häuschen eingeläutet. Ich habe zwar noch versucht, über die “bunte” Länderstrategie dagegenzuhalten, aber am Ende fehlte mir eine Runde.Anschließend folgte eine flotte Partie “Seeräuber”. Und wieder einmal tat sich nach 15 Minuten lockerem Spiel die Frage auf, was die Jury geritten hat, dieses Spiel zu nominieren. Ach nein, Sie denken aufgrund der persönlichen Nähe einiger Beteiligter? Hmm, …
Es ist ja nett, aber auch nicht mehr – paßt also gut zu Aqua Romana aus dem gleichen Hause. War das eigentlich auch nominiert?Aber kommen wir endlich mal zur Überschrift des Beitrags zurück: Als Absacker haben wir das gute alte Ave Caesar gespielt. In der neuen Version von ProLudo. Jetzt ist das Spiel ja beileibe kein unbekanntes. Da wundert es doch erheblich, daß man es nicht geschafft hat, die Felder ausreichend groß für die entsprechenden Figuren zu machen. Ganz zu schweigen von den kaum zu erkennenden Begrenzungslinien zwischen den Feldern. Völlig unfaßbar! Aber ein Gutes hat die Sache: Der Wert der alten Ravensburger Version wird definitiv erhalten bleiben. Viel Spaß bei eBay…

Doch nicht verklagt…

Hmm, gestern ist es ja fast ein wenig untergegangen: Peers Rezension zu Kreuzwort-Pyramiden. Und ja, ich bin dankbar. Er kommt zu einem guten Fazit, was mich verschont, vom Autor mit aller brachialen Mediengewalt angegangen zu werden. Bei spielbox.de berichtet er ja häufiger von seinen Aktionen, hier ein Beispiel. Und diskutiert wird ebenda auch über das Spiel selbst.

Übrigens, die Spielemesse in Essen wird in diesem Jahr wieder außerhalb der Ferienzeit stattfinden. Kein Grund, nicht wieder masig neue Spiele anzukündigen. Die ein oder andere Spieleseite beteiligt sich kräftig an dieser “Informations-Börse”. Mein bisheriger Favorit ist dabei “Die Säulen von Venedig” von Goldsieber – sowieso irgendiwe schon immer mein Lieblingsverlag ;-)

Wenn Sie sich ab und an mal auf boardgamegeek.com herumtreiben, dann besuchen Sie mich doch mal. Mir gefällt die Seite sehr gut, derzeit bin ich dabei, meine Spielesammlung dort einzutragen und zu verwalten. Die Hälfte ist geschafft. Die Seite ist übrigens einer der Gründe, warum ich das ursprüngliche Konzept von spielbar.com aufgegeben habe und nun hier nur noch dieser Blog zu finden ist. Aber davon erzähle ich später mal mehr…