Wenn der Postman zweimal liefert

Ich bin ein positiver Mensch. Denke ich zumindest von mir. Viele haben mir über schon gesagt, dass sie mich als einen fröhlichen Menschen wahrnehmen und das freut mich immer, denn eigentlich will ich genau das sein. Und dennoch könnte ich oft genug mich über Sachen ärgern und bin froh, wenn ich das auf anderen Kanälen ablassen kann. Es muss nicht jeder meinen Unmut hören und oft genug ist es auch gar nicht nötig jeden mit diesen Gedanken zu nerven.

Manchmal könnte ich mich auch erschlagen mit welcher Masse an Themen ich mich täglich auseinandersetzen muss und was ich darüber hier schreiben könnte. Oft sind das aber wieder die negativen Dinge. Umso glücklicher bin ich, wenn ich die Muse habe darüber zu schlafen, so für eine Woche oder zwei und es dann in Ruhe nochmal innerlich Revue passieren zu lassen. Ich werde mich dann gerne nochmal nach draußen wagen, wenn sich das Thema gesetzt hat.

Solch ein Thema ist heute mal Amazon.

Ich war mal ein großer Freund von Amazon. Das war so um das Jahr 1999 oder so. Ich bin einfach und schnell an Bücher oder DVDs gekommen, oder so manch anderes Ding was ich mir schon immer mal holen wollte. Das schlug aber irgendwann um. Die Seite ist über die Jahre für mich immer dämlicher zu bedienen geworden und in vielen Punkten auch nicht mehr so deutlich wie ich es mir wünschte.

Der Umschwung kam als Amazon angefangen hat nicht mehr alles selber zu verkaufen, sondern als Handelsplattform zu funktionieren. Jeder Depp konnte auf einmal die Ware verkaufen und es war die Amazon-Seite über die das kam. Wenn man nicht aufmerksam war und das war Amazon wichtig, dass es nicht immer sofort offensichtlich ist, dann bestellte man nichts ahnend, um festzustellen, dass Versandkosten dazukamen, der Händler ein Raubritter aus China ist, oder jemand anders versucht einen abzuzocken. Amazon ist da sehr gut was die Kundenpflege angeht, aber der Stress ist mir zu blöd.

Der nächste Umschwung kam dann mit ihrem Prime. Man wird jedes Mal gegängelt doch endlich Prime-Kunde zu werden, was mich einfach nicht interessiert. Ich brauche kein Fire-TV, ich brauche keine Mega-Express-Lieferung am selben Tag und den ganzen anderen Schund will ich auch nicht. Zu wissen, dass man als Nicht-Prime-Kunde mit Absicht ein paar Tage warten muss, bevor sie manchmal Lust haben überhaupt die Sendung zu bearbeiten ist der Rest.

Ich habe in den letzten 2 Jahren eine Menge Bestellungen dort gemach die ich an einer Hand abzählen kann. Jüngst wieder für ein paar Schulbücher meiner Söhne. Aber von alleine gehe ich nicht mehr auf die Seite.

Für viele andere Menschen ist das aber anders. Sie kaufen gerne bei Amazon, weil es immer noch einfach und bequem ist. Manchmal auch bei einem der vielen anderen Händler, die online so rumlaufen. Ich möchte das nicht verurteilen. Oft genug verstehe ich, dass man nicht die Zeit hat, zu einem Händler zu gehen oder gar keinen in der Nähe hat. Ich möchte mich eigentlich wieder über eine Sache aufregen, die Amazon neuerdings macht. Und mit Neuerdings meine ich seit etwa einem Jahr. Nicht mit jedem Kunden und nicht mit jeder Bestellung, aber scheinbar in letzter Zeit häufiger.

Wenn man genau ein Spiel bestellt und nicht darauf achtet dies in einem Versandkarton zugeschickt zu bekommen, dann nimmt Amazon das Spiel in der Form, klebt den Aufkleber drauf und ab in die Post. Als wäre der Spielekarton die Verpackung. Oft ist da ja noch eine Folie drum rum, aber es gibt auch Spiele wo das nicht so ist, wie etwa der Escape-Room Box von Noris. Nun könnte man sagen, ist doch nur die Schachtel, aber ich sehe das anders. Und nicht nur ich.

Im Jahre 1999 gab es ein wichtiges Urteil für Spieleverlage. Zu dessen Geschichte ein paar Infos. Es ging darum, dass die Verpackungsverordnung vorsah, dass ein Grüner Punkt auf eine Verpackung gehört und dafür eine Abgabe geleistet werden muss. Den grünen Punkt, also das Logo, hat es umsonst. Das hätte vermutlich niemanden gestört. Auf einer Schachtel sind oft genug etliche Symbole und wenn ich bedenke, welche davon bei ausländischen Verlagen fehlen und da der Zoll in Essen rummarschiert und Ware einkassiert, da können einem schon die Ohren flackern. Nein es geht um die Abgabe.

Die Verpackungsverordnung sieht vor, dass nicht nur der Endkunde und die Gemeinden für die Entsorgung zuständig sind, sondern das möglichst viel Müll verhindert wird, indem die Kosten dafür auch beim Produzenten anfallen. Wenn Umkartons oder Plastiktüten gekauft werden, muss ein Teil der Kosten für die Entsorgung mitbezahlt werden. Vertreiber von Transport- und Umverpackungen müssen diese wieder zurücknehmen. Das ist der Grund warum Supermärkte auf einmal die ganzen Mülltonnen aufgestellt haben. Warum man die Pizzaschachtel gleich dort zurücklassen kann. Die müssen das zurücknehmen. Genauso wie den Flaschenpfand.

Und die Kosten sind nicht einfach irgendwie zu berechnen, sondern nach einem relativen einfachen Schema. Gewicht. Die Folie um eine Spieleschachtel ist schnell berechnet. Das wiegt sehr wenig. Die Spieleschachtel selber kann aber sehr schnell locker einige Kilo im Jahr zusammenbringen. Alleine Ravensburger bringt genug Spiele im Jahr heraus, dass sie einen Kostenfaktor berechnen müssten, der Spiele viel zu teuer machen würde.

Es wurde also eine Klage angestrebt. Um im Jahre 1999 haben die Verlage gewonnen: Eine Stülpkarton-Spieleverpackung ist kein Verpackungsmaterial im Sinne der Verpackungsvorschriften. Der Trick mit dem das unter anderem erreicht wurde sind Spiele, welche die Schachtel als Spielmaterial benutzten. Der zerstreute Pharao und Sphinx waren solche Spiele. Natürlich kann man auch einfach festhalten, dass Die Schachtel manchmal nicht nur Teil des Spiels ist, sondern vor allem immer auch Aufbewahrungselement ist. Und nie eine reine Transportverpackung ist.

Wie so viele Dinge, wenn man es nicht weiß, denkt man sich nichts dabei. So auch Amazon. Für die ist die Idee, dass das eine Transportverpackung ist, irgendwo aufgekommen. Da sollte man sich wehren, bevor da Dämme reißen. Arne hat neulich ein Great Western Trail gekauft mit einer großen hässlichen Delle in der Schachtel (bei einem anderen Online-Händler). Das hat er beanstandet. Sein gute Recht, denn es ist nun mal Teil des Objekts. Wer eine kaputte Kamera bekommt, würde sich auch beschweren und sei es nur ein hässlicher Kratzer über das ganze Gerät, welches den Gebrauch nicht einschränkt. Aber man möchte ein Einwandfreies Produkt. Den Stülpkarton als Transportverpackung zu sehen, darf daher keine Selbstverständlichkeit werden.

Vom Sommerloch und Winterschlaf

Mein Sohn hatte als kleiner Junge eine schöne Kurzgeschichte über einen Bären, der mitten im Winterschlaf aufwacht und zum ersten Mal von Weihnachten hört. Das Fest verschläft er ja sonst. Schön erzählt und witzig. Und auch ein Beweis, dass man manchmal nur aufwachen muss, um zu merken was um einen rum passiert. Etwas, was kleine Kinder definitiv nicht sehr gut können, denn, seien wir ehrlich, das ist ganz schön viel verlangt von 4-jährigen.

Aufwachen ist auch das, was ich mir von Manchen wünsche. Da philosophieren andere über die Masse in Essen, und dass das ja keiner mehr schaffen kann. Ehrlich? Das Lied wurde schon vor 20 Jahren gesungen, als noch eine 2-stellige Zahl an Neuheiten raus kam. Fakt ist ja auch, dass es keiner schaffen muss. Ich frage mich, ob wir im Spielebereich einfach nur verwöhnt sind? Wer wollte, konnte einfach alles spielen. Es war kein Problem die 50 bis 100 Neuheiten zu überblicken, mit genug Freizeit. Und natürlich muss jeder ja alle 1200 Neuheiten gespielt haben, um ehrlich einen Eindruck zu haben. Mir fällt es schwer nicht ins Augenrollen zu verfallen.

  • Bücher: Ich muss überlegen, wann das letzte mal ein Buchrezensent sich beschwert hat, dass er nicht mehr alle Bücher lesen kann, die erscheinen. Dazu mal ein paar Zahlen, um das zu Vergleichen (Quelle).

    Zahl der Buch-Verlage in Deutschland 2012: 2209. Nur Deutsche Verlage!
    Zahl der erschienen Bücher, welche Neu waren: 81.919. Nur neue Titel!

    2012 war ein Schaltjahr und hatte daher 8748 Stunden. Ein Rezensent der den Überblick behalten will und alles Gelsen haben will, hätte also 6 Minuten pro Buch und dürfte weder schlafen noch essen noch sonst was.

  • Filme: Allein 2011 wurden 6573 Filme produziert. Und da sind nur die erfasst, die extra fürs Kino produziert werden. Wer also alles gesehen haben will, um da einen Vergleich zu haben, wird auch nicht viel Schlaf haben. (Quelle). Abgesehen davon, dass man echt viele Sprachen können muss, denn das erscheint ja nicht unbedingt alles auf Englisch, geschweige denn auf Deutsch.
  • Computerspiele: Wollen wir das Gebiet mal etwas einengen und sagen wir spielen nur auf Steam, dann kamen allein 2016 schon 4207 Spiele raus (Quelle). Da ich davon ausgehe, dass man da auch für die meisten etwas mehr Zeit investieren muss, reden wir also nur grob von der vierfachen Menge. Von Spielen auf anderen Plattformen sehen wir mal ab, denn Steam bedient sehr viele. Sonst würde das ja noch explodieren hier an Zahlen.

Gibt es also zu viele Brettspiele? Bringen die Verlage in Essen zu viel auf den Markt? Für mich lautet die Antwort einfach mal: Nein! Ich würde soweit gehen, dass wir nicht genug Blogs haben. Wir brauchen mehr Blogs die sich spezialisieren. Ich hatte schon bei der Podiumsdiskussion auf der Berlin-Con dieses Jahr gesagt, das es wichtiger wird, dass kuratierter berichtet wird. Wir sind nicht allein auf dieser Welt. Wenn einer weiß, dass ihn Partyspiele nicht interessieren, kann er das ausblenden. Wenn einer weiß, dass Erweiterungen ihm am Allerwertesten vorbei gehen, dann einfach ausblenden. Und wenn einer weiß, dass ihn vor allem die neusten Solospiele interessieren, dann soll er einen Blick auf genau diese Neuheiten werfen. Und er braucht einen Blog, der das bedient.

Alles weitere Jammern ist nur eine Möglichkeit, das Sommerloch zu füllen.

Der Blick über den Altersrand

Ich hasse den Ausdruck: „Die guten alten Spiele.“ Synes Ernst hatte das letztes Jahr gut in einer Radiosendung aufgebracht. Die Leute die sowas sagen meinen meistens Monopoly, Mensch ärger Dich nicht und andere Spiele die 50 oder 100 Jahre alt sind. Diese Spiele sind sehr oft nach heutigen Gesichtspunkten nicht mehr gut. Das bedeutet nicht das sie nicht auch eine Daseinsberechtigung hätten und sei es nur um Leute ans Spiel heranzubringen, weil keiner die Regeln lesen muss. Aber diese Spiele sind alt, aber nicht gut.

Gleichzeitig stelle ich mich hin und Erwähne #WorthyClassics und bin der Meinung das es viele gute alte Spiele gibt. Ich bin ein Fan von den guten alten Spielen. Nur halt nicht 50 Jahre alte sondern nur 10, 15, 20 Jahre alte. Und selbst vor 10 Jahren gab es Gurken. Aber halt auch geniale Spiele.

Gleichzeitig bin ich einer der den Cult of the New verteidigt. Nur durch viel neues, durch viel Iteration, durch viele Ideen kommen wir an dem Punkt an, wo wirkliche echte Innovationen entstehen. Diese kommen nicht über Nacht und nicht zufällig und schon gar nicht in einem Hinterzimmer. Manchmal vielleicht auch nicht augenfällig, sondern erst wenn jemand das geniale nimmt und nochmal genialer macht und es dadurch erst in der Masse landet. 10% Genie und 90% Handwerk.

Gleichzeitig gibt es eine Gruppe von Spielern die sich versuchen Standhaft gegen den Cult of the New zu stellen. Als wäre es verteufelt sich auf alles neue zu stürzen. Als wären alle die Zombies, die sich auf jeden neuen Strohhalm stürzen verblendet und würden die guten Spiele gar nicht wahrnehmen. Und hier geht es nicht um Early Adopter oder Perlentaucher. Es geht um eine Grundsatzfrage des Alters oder der Einstellung.

Für die Werbewirtschaft gibt es die Gruppe der 19- bis 49-jährigen. Diese ist werberelevant, weil Menschen die älter sind, nicht mehr mit der Werbung erreicht werden können. Diese Menschen wissen was sie wollen und denen geht der Rest vorbei. Über diese Grenze lässt sich vortrefflich streiten und es gibt ja auch Menschen, die sie erst bei 59 ziehen. Solche Gesellschaftlichen Bewegungen sind normal und da zieht sich der politische Begriff von Konservativ und Progressiv durch.

Und natürlich kann man neben persönlichen Empfindungen mit Zahlen jonglieren. Die Zahl der Neuerscheinungen jedes Jahr steigt. Die Zahl der Verkäufe steigen, gleichzeitig fragmentiert der Markt. Er fragmentiert in die Jungen und Alten. In die Spieler für Kommunikation und Strategiespiele. Er teilt sich in Leute, die es einfach und schnell, und die, denen 6 Stunden ein guter Aufwärmer ist. Und die Verlage versuchen möglichst viele dieser Gruppen zu erreichen um möglichst viel im Markt an den Mann zu bringen. Das führt wiederum zu noch mehr Spielen.

Aber, und das ist das schöne für mich, es führt zu mehr spannenden Ideen. Autoren die versuchen zu schauen, was sich unter einem engen Korsett machen lässt. Zu wissen ich versuche diese Zielgruppe zu bedienen und habe dafür nur den engen Rahmen von folgenden Materialien, bringt oft die coolsten Ideen. Oder die Grundlagen für die nächste geniale Idee, welche Spiel des Jahres werden kann.

Wenn also Ben postuliert, spielt ruhig weniger verschiedene Spiele, dann sei ihm das gelassen. Ich sage spielt mehr verschiedene Spiele. Und spielt öfters. Und mehr. Und spielt. Seid neugierig. Einen Grundsatz, den eigentlich die Sesamstraße schon den Kindern vorlebt. Für mich ist Monopoly Stillstand und die Neuheitenliste Fortschritt. Doch die #WorthyClassics helfen einzuschätzen wo wir sind und was wir erreicht haben. Und nur durch Neuheiten erreichen wir die Spiele die wir in 10 oder 25 oder 100 Jahren wieder als gute alte Spiele wahrnehmen können.

Asoziale Außerirdische und ihre Sologruppen

Wann hat man alles richtig gemacht? Wenn alle über einen reden. Der Herr, der das im letzten Monat geschafft hatte, war Tom Felber. ich mag ihm da auch nicht unterstellen, dass er mit Absicht versucht hat die Leser zu provozieren, sondern das er einfach die Worte gewählt hat, die er am sinnvollsten fand. Ich kenne das bei mir auch, wo ich ein Artikel schreibe und im Nachhinein mich für ein paar Worte entschuldigen möchte, denn geminnt hatte ich es nicht, wie ich es geschrieben habe. Aber wenn es Wellen schlägt dann muss dafür gerade stehen und sich entschuldigen, oder erklären was man meinte. Alles kein Beinbruch.

Der Artikel ist seine Rezension zu NMBR9 von AbacusSpiele. Das Wort unsozial ist nicht nur bei mir hängen geblieben. Im Nachhinein verstehe ich was er meint. Es ging ihm nicht darum Solospiele zu verteufeln, sondern er fragt sich warum ich Solobeschäftigungen als Gruppenspiel verkaufe. Etwas was viele als Mulitplayer-Solitär benennen und in der Szene oft abwertend dargestellt wird. Das kann ich sehr gut verstehen.

In Oberhof stand ich mit der Frau von Rüdiger Dorn und Stefan Stadler vor dem großen Tisch mit den Verlagsspielen und Stefan fragte mich, welches das schlechteste Spiel von dieser Auswahl war. Ich kannte nicht alle konnte daher das nicht komplett beurteilen und während mein Auge vor einem Spiel hängen blieb das ich nicht so gut fand, nannte ich dieses. Vielleicht hätte ich nichts sagen sollen oder einfach sagen sollen, welches mir am besten gefällt, aber ich habe halt in der Minute mitgemacht. Mit dem Hinweis, dass ich natürlich nicht alle kenne. Es war Mystic Vale. Ein Spiel, dass sich mir gar nicht erschließt. Ein bisschen ist es wie bei Dominion. Jeder Spieler macht seinen Zug und interagiert mit den anderen gar nicht mehr.

Bei Dominion habe ich irgendwann für mich beschloßen, dass ich es nur noch zu zweit spiele, denn alles andere ist doch langweilig. Und was ich bei Dominion nie mochte, war das die meisten interaktiven Karten eher von negativer art waren. Es waren Angriffe. Diese also rauszunehmen, klingt eigentlich nach einer tollen Idee. Aber Mystic Vale macht dies und es erscheint mir noch beliebiger. Will ich sagen, dass Spiel ist schlecht? Nein. Es ist eigentlich nichts für mich. Denn es ist ein Solospielen in der Gruppe. Etwas das mich bei manchen Spielen weniger stört als bei anderen. NMBR9 spiele ich gerne. Da habe ich Freude mich in 10 Minuten mit anderen am Tisch zu messen.

Nun könnte man sagen, ich mag halt keine Deckbauer, aber ich finde etliche gut. Trains ist grandios und leider zu unrecht in Deutschland untergegangen. Ascension ist um so vieles besser als Dominion in meinen Augen. Und El Dorado ist ein echtes Wunderstück, das den Deckbauer auf dem Niveau platziert, wie ich es gerne hätte. Tom Felber zieht seine Linie woanders. NMBR9 ist außerhalb seines Zumutungscharakters. Akzeptiert.

Es bleibt das Wort unsozial. Wir spiele rühmen uns mit der Geselligkeit. Und auch wenn Gesellschaftsspiel als Begriff schon verstaubt klingt und etliche ein Lied davon singen können, wie vielen Mitspielern soziale Kompetenzen fehlen (ich verweise dazu auf den grandiosen Beitrag von Tom Felber in seiner Spielbox-Kolumne), so ist die Wahrheit einfach das wir Menschen halt alle verschieden sind. Manche brauchen nicht das Gesellige sondern die intellektuelle Herausforderung, sie wollen lieber über einem Fest von Odin brüten, was die Beste Strategie sein könnte. Ob sie dabei alleine sind und Solospiele, oder in Gruppen von bis zu 18 Spielern bei MegaCiv ist dabei nicht entscheidend. Andere wollen eine Geschichte erleben und könnten das vermutlich durch ein Buch oder einen Film auch, aber selber Entscheidungen zu treffen wie bei einem Solospielbuch wie Einsamer Wolf ist mit viel Lesen verbunden. Ein Spiel kann da andere Reize stimulieren. Andere wollen das soziale und suchen eine Runde Word Slam, damit sie einfach mit anderen Menschen zusammen sind. Keins davon ist ein besserer Spielertyp.

Schwierig wird es, wenn man mit Nichtspielern kollidiert. Da gibt es die, die beim Spielen an Computerspiele denken, dann die, die an Monopoly oder Kinderspiele denken, und schließlich die, die an Poker und Glücksspiele denken. Und dies manchmal interessiert, oft eher uninteressiert und manchmal auch ablehnen betrachten.

Wenn man in einer Gaststätte ist und Spielkarten raushaut um eine Runde Skull King oder Fünf Gurken zu spielen, dann kommt der Ober sagt, das Glücksspiel bei ihnen nicht gerne gesehen sind, dann steht man unsozial dar. Wenn bei einer Familienfeier ein Love Letter rausgeholt wird oder ein LuckyLachs, dann wird man von Verwandten als Spielkind abgetan und als unsozial abgestempelt, warum man sich nicht mit ihnen unterhält, statt diesen Kinderkram zu machen. Man fühlt sich wie ein Alien. Man bewegt sich in Fremden Welten, außerhalb seiner Komfortzone und muss damit leben wie unsozial die anderen einen halten. Mir geht es so mit den Biertrinkenden grölenden Horden die zum Männertag durch die Straßen ziehen, aber ich bin da die Minderheit. Das Wort unsozial kann vielschichtig gesehen werden. Ich würde es lieber gar nicht mehr sehen.

Hinwies: Dieser Artikel erschien im Rahmen des Beeple-Tehmenmonats: Fremde Welten. Weitere Artikel dazu findet man hier:

Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft

6229 Tage sind nun vergangen. Wenn das mal kein Grund zum Feiern ist. ‚Häh?‘, wird der geneigte Leser nun denken. Drei Viertel aller Leser sind bis hierher schon abgesprungen. Sie da vor dem Smartphone-Bildschirm, ja, genau Sie, der/die Sie diese Zeilen doch lesen: Danke! Für Sie machen wir das hier.
Ich möchte heute einmal einen kleinen Rückblick und einen Ausblick für spielbar.com starten. Zunächst zur Vergangenheit. Es war am 22. Februar im Jahr 2000, dass ich die Domain spielbar.com erstmals registriert habe. Ich wollte gerne die .de-Version, aber die hatte sich schon jemand registriert. Später waren wir dann mal übereingekommen, dass ich ihm die abkaufe, falls er sie mal loswerden möchte. Nun, die bpb scheint mehr gezahlt zu haben. Jetzt profitieren die natürlich kräftig von unserem Renommee. Es sei ihnen gegönnt. Alle anderen relevanten spielbar dot irgendwas sind uns. Nänänänänänä…
Webseite
Wir waren damals ganz bodenständig unterwegs. Die Seite war fein von Hand direkt in html gebastelt. Ich will gar nicht verleugnen, dass das Grundgerüst für das Inhaltsverzeichnis – damals klassisch am linken Rand einer Webseite – ganz dreist von meiner Lieblingswebseite, nämlich KMWs Spielplatz, geklaut adaptiert war. Knut, Du hast da nie etwas zu gesagt, obwohl es Dir mit Sicherheit aufgefallen ist, danke auch dafür. Jedenfalls war damals Comic Sans MS total hip. Quasi der heiße Scheiss der damaligen Zeit. Also war der Schriftzug spielbar.com in Comic Sans MS das Erkennungszeichen in der Phase. Ein Logo gab es damals nur bei professionellen Seiten. Und als Farbe habe ich das berühmte lachsrosa der Financial Times Deutschland gewählt – das war wohl meiner damaligen Studierendenzeit geschuldet (BWL, wer hätte das gedacht). Immerhin haben wir länger ausgehalten als die, yeah.

spielbar.com im Jahr 2000
spielbar.com im Jahr 2000

Spieletreff und Spielephotos
Inhaltlich ging es in den ersten Monaten und Jahren um die Darstellung unseres öffentlichen Spieletreffs in Übach-Palenberg und die vielfältigen Aktivitäten, die wir seinerzeit unter der Leitung von Nicolas (hey, Du Junggebliebener, liest Du das hier noch?) durchgeführt haben. Neben den Spieleabenden waren das natürlich die vielen Turniere und insbesondere die beiden großen Spielefeste in der Aachener Region zur damaligen Zeit (in Übach-Palenberg und – mittlerweile in anderen kommerziellen Kontext eingebettet – in Baesweiler). Daraus sind ein paar Sachen entstanden, die ich in der Retrospektive immer noch für gelungen erachte: Wir haben z.B. damals angefangen, alle Spiele, die wir gespielt haben, zu photographieren und ins Netz zu stellen. Schön aufgelistet, leider noch ohne große Suchfunktionalität, wenn ich mich richtig erinnere. Im Prinzip war das Instagram – nur halt exklusiv für Spiele. Irgendwie war ich meiner Zeit also voraus (wir kommen darauf zurück). Es war also schon mal eine Digitalkamera vorhanden, so dass als nächste große Aktion – wenn ich mich korrekt erinnere auch schon im Jahr 2000 – die Messe in Essen komplett photographisch erfasst wurde. Nun, bestimmt nicht komplett, aber es waren einige hundert Photos, die wir jeden Abend hochgeladen haben. Übrigens über die Telefonleitung meiner Tante, wohnhaft in Oberhausen, wo wir viele Jahre zur Messezeit übernachten durften. Sie wollte, damals schon weit in ihren 80ern, auch alles ganz genau erklärt bekommen, wie das mit so einem Bild ist und wie das sein kann, dass das nach Upload dann jeder auf der ganzen Welt sehen kann. Ich weiß nicht, wieviele Stunden wir abends während der Messe zusammen saßen und uns unterhalten haben, während im Hintergrund die Telefonleitung glühte. Viele der Photos finden sich auch heute noch, ich habe die irgendwann mal bei flickr hochgeladen.

Rezensionen und Spielewochenenden
Irgendwann kam dann mal die sporadische Lust auf, auch Rezensionen – eher Besprechungen – zu Spielen online zu stellen, die uns gut gefallen haben. Einige der damaligen Texte finden sich heute noch hier unter den Rezensionen verstreut, wobei die Texte von Peer natürlich qualitativ und quantitativ deutlich stärker sind. Aber von Peer war damals noch gar nicht die Rede. Das Knüpfen von Verbindungen unter Spielern aber schon. Als Studierender hat man noch Zeit. Die habe ich u.a. dazu genutzt auch Spielewochenenden zu organisieren. Dabei kam es mir immer auf eine angenehme Teilnehmerzahl an. Ich wollte die Möglichkeit haben, mit allen mal an solch einem Wochenende zu spielen. Also maximal 20 Teilnehmer. Und einige der damals geknüpften Verbindungen bestehen bis heute weiter. Liebe Mitspieler, ich wollte Euch nicht missen. Aus dieser Zeit stammt auch die enge Verbindung zwischen spielbar.com und attila-products.de (huhu, Oliver, der als dritter regelmäßiger Autor hier über die Content Syndication der beiden Domains aktiv ist).
Ein ganz wichtiger Bestandteil der Seite war von Beginn an auch der Bereich Ersatzteile. Wir hatten in der Spieliothek in Übach-Palenberg einen großen Bestand älterer Spiele, die nicht mehr vollständig waren. Diese haben wir gerne als Ersatzteillager hergegeben. Auch daraus sind viele nette Bekanntschaften erwachsen.

Content Management System
Nach und nach hat sich dann der von mir selbst erstellte Anteil der Inhalte erhöht, während Sachen, die die Spieliothek betrafen, konstant in der Menge blieben, aber dadurch etwas weniger auffällig waren. Außerdem war ich in 2001 mit dem Studium fertig und habe bei der RWTH Aachen University angeheuert. Wirtschaftsinformatik. Was natürlich bedeutete, dass mit einer händisch in html erstellten Webseite kein Blumentopf mehr zu gewinnen war. Es erfolgte also eine Umstellung auf ein modernes Content Management System (CMS). Die Wahl fiel auf php-nuke.
Wer hat da gelacht? Ich habe das ganz deutlich bis hierher gehört.

spielbar.com im Jahr 2004
spielbar.com im Jahr 2004

Nun denn, gesagt getan. Das war damals schon datenbankbasiert und eröffnete ganz neue Möglichkeiten (und ungesicherte Einfallslöcher für Hacker – aber dazu später). Aus den Spielewochenende resultierte ein Kontakt zu Michael, der zu vielen seiner Spiele Kurzregeln und Spielhilfen erstellte. Die hatte er alle in einem dicken Ordner bei unseren Wochenenden dabei. Und als ich ihn fragte, ob er diese tollen Inhalte nicht mit der Menschheit teilen möchte, war er sofort begeistert dabei (Michael, Danke nochmals!). Und ich habe einen Download-Bereich eingerichtet, der plötzlich ein Publikumsmagnet für die Webseite wurde. Und der andere Hobbyisten dazu angeregt hat, es Michael gleich zu tun (Danke Euch allen!). Die Spielephotos rückten dadurch ein wenig in den Hintergrund, waren aber immer noch ein wichtiger Teil der Seite.
Langsam, ganz langsam setzte sich dann der Gedanke durch, dass Nutzer selber Beiträge im Internet bereitstellen wollen. Content liefern wollen. Das wurde später auch Teil meiner wissenschaftlichen Arbeit, bei spielbar.com zeigte sich das darin, dass ich drei hochinteraktive Bereiche eingeführt hatte:

Inselspiele und HitKlick
Die Inselspiele wurde extrem gerne genutzt. Hier konnte jeder Nutzer die fünf Spiele eintragen, die er mit auf eine einsame Insel nehmen würde. Inklusive Begründung für die Auswahl der Spiele. Das war echt eine Sache, die ich selbst auch unheimlich gerne gelesen habe. Über jeden Eintrag habe ich mich riesig gefreut – natürlich auch, wenn er durch eine ‚Szenegröße’ vorgenommen wurde. Hoppla, spielbar.com hatte ja tatsächlich eine Reichweite…
Noch mehr Klicks gab es nur bei HitKlick. Hier haben wir unsere Spielephotos hergenommen. Immer zwei nebeneinander gestellt konnten die Nutzer dann auf das Spiel klicken, welches ihnen von den beiden besser gefällt. Und daraus wurde dann automatisch eine Hitliste der beliebtesten Spiele generiert. Leider kann ich mich nicht erinnern, welches das beliebteste Spiel war. Aber HitKlick war quasi ein Vorläufer der Klickstrecken in heutigen Medienangeboten. Und der Vorläufer einer Idee, die ein Mark Zuckerberg später für die Photos der Mädels seiner Universität umgesetzt hat (hatte ich das mit dem ‚der Zeit voraus sein’ schon mal gesagt?).
Als drittes interaktives Element konnten Nutzer sich außerdem einen Weblog auf spielbar.com einrichten und somit selbst als aktiver Content Lieferant aktiv werden. Das war aber nicht so erfolgreich, auch wenn es ein paar Schreiber gegeben hat – keiner davon hat regelmäßig und dauerhaft geschrieben, dennoch vielen Dank auch an Euch!

Hick Hack
So lief spielbar.com einige Jahre recht erfolgreich. Wobei Erfolg bedeutete, dass die Besuchszahlen zeigten, dass die Inhalte nicht ganz uninteressant waren. Geld verdient man mit einer solchen Webseite nicht, war auch nie der Anspruch.
Und dann kam der große ernüchternde Moment: das php-nuke-System wurde aufgrund einer Sicherheitslücke gehackt. Kein großes Ding, war halt vermutlich ein Streich von ein paar gelangweilten Jugendlichen. Da ich aber beruflich zu dieser zeit sehr stark eingespannt war habe ich eine folgenschwere Entscheidung getroffen: Auf Knuts Webseite, mittlerweile – wenn ich mich richtig erinnere – als spielbox.de bekannt, habe ich eine Kleinanzeige aufgegeben, dass ich eine Webseite mit Inhalten zu verkaufen hätte. Gemeldet hat sich dann Peer. Hallo! Er schrieb mir, dass er Lust hätte, Texte zu Spielen zu schreiben, aber keine Lust auf den technisch-/administrativen Aufwand einer Webseite hätte. Quasi ein perfect match. Ich bin Dir übrigens immer noch dankbar, Peer, ohne Dich hätte ich das Projekt wahrscheinlich irgendwann eingestellt.

Nebenprojekte Spieleumfrage und news.spielbar.com
Im Forum von spielbox.de gab es dann irgendwann mal eine Aktion von Roman, der jeweils nach den Messen eine Neuheitenumfrage mit recht hohem Aufwand inszeniert hatte. Ihm hatte ich dann spielbar.com als Plattform für die Abgabe der Stimmen angeboten, was die Sache schon mal erleichterte. Der Kontakt zu Ingo führte dazu, dass wir die Umfrage komplett unter die Domain spieleumfrage.de gestellt haben, die Ingo dann entwickelt hat. Und mit Knut und Andreas hatten wir zwei, die das Team perfekt komplettiert haben. Einige Jahre war spieleumfrage.de das heiße Ding und jeweils nach den Messen hatten wir damit die Aufmerksamkeit der Szene. Das war gigantisch viel Arbeit, hat aber auch riesigen Spaß gemacht.

spieleumfrage.de im Jahr 2005
spieleumfrage.de im Jahr 2005

Ein anderes Nebenprojekt habe ich mit einer ehemaligen studentischen Hilfskraft von mir umgesetzt (hallo Sebastian, liest Du hier noch mit?). Die Idee war es, einen Aggregator für Brettspielwebseiten zu erstellen. Das sollte den Seiten Traffic bringen, dem Nutzer aber eine zentrale Anlaufstelle bieten. Persönlich fand ich die Idee gelungen, aber die Nutzungszahlen waren leider so niedrig, dass ich irgendwann den Schalter auf ‘Aus’ gestellt habe. Die laufende Pflege war nämlich doch sehr aufwändig, weil vieles manuell einzupflegen war. Immerhin hat mir dieses Projekt einen ersten Kontakt zu Matthias beschert.

Podcast
Hmm, tja, die Sache mit dem ‚seiner Zeit voraus‘. Heute Podcast: Geiles Ding, fliegt fast von alleine. Wir sind in der zweiten Podcast-Welle und so seit 4-6 Jahren sind Podcast aus der Medienwelt fast nicht mehr wegzudenken. Es gibt viele Beispiele für deutschsprachige Brettspiel-Podcasts. Ich höre sie fast alle (zumindest unregelmäßig). Gleiches gilt für die Inhalte der Youtube-Generation. Was haben wir über Google gelacht, als die 1,65 Milliarden für so eine kleine Video-Klitsche bezahlt haben. Heute: 18 Milliarden für WhatsApp sind kein großes Ding mehr. Zurück zu den Podcasts. Da gab es auch schon eine erste Welle. Das war um 2004-2006 ein auch in der Wissenschaft interessantes neues Ding. Also musste das natürlich ausprobiert werden. Insgesamt drei Folgen habe ich in der Zeit aufgenommen. Die finden sich hoffentlich nirgendwo mehr. Aber spielbar.com war am Start.

Stand heute (und W3LCH35 5P13L)
spielbar.com hat sich mittlerweile als Weblog von Peer fest etabliert. Die Zugriffszahlen sind konstant, leicht wachsend, was angesichts der alternativen Medienangebote ein sehr schönes quantitatives Ergebnis ist. ‚Geld verdienen‘ streben wir immer noch nicht an, die Millionen hat sowieso schon ein anderer Blog absorbiert. Seit einigen Jahren hat Peer Unterstützung durch Matthias (Huhu!), der auch regelmäßig schreibt, was mich ebenfalls sehr freut. Insbesondere, da er als Tausendsassa auf so vielen Hochzeiten unterwegs ist.
Seit vielen Jahren haben wir ein Ritual in unserer Spielerunde. Genauer gesagt spielen wir ein ‚Spiel vor dem Spiel‘. Der Name gefiel Matthias aber gar nicht. Also wurde daraus ‚W3LCH35 5P13L‘, das Bestandteil des Osternests von Frosted Games im Jahr 2016 wurde. Quasi die erste Veröffentlichung aus unserer Spielrunde heraus. Die Grundidee stammte von Oliver, ich durfte noch ein klein bisschen Hand anlegen, Matthias hat das dann zum Gesamtpaket mit vielen Grafiken aus bekannten Spielen oder Besonderheiten aus der Spieleszene gemacht. Jetzt gerade frisch erschienen ist das Scotland Yard Kartenspiel, mit dem wir zwar nicht zu tun haben, dessen Black Tickets aber problemlos auch Bestandteil von W3LCH35 5P13L hätten werden können.

blackticket
blackticket

Aber, wie dieser Rückblick gezeigt hat, ist spielbar.com nie stehen geblieben, sondern hat sich immer weiterentwickelt. Und so stehen sicher auch für die Zukunft wieder Veränderungen an.

beeple
Eine sieht man zwischenzeitlich hier rechts am Rand in den Widgets. spielbar.com ist in das Blogger-Netzwerk beeple.de aufgenommen worden. Wir freuen uns, dass wir hier auch mitwirken dürfen, um die Sache des Brettspiels noch weiter positiv verbreiten zu können.

beeple
beeple

Und aus dieser neuen Zusammenarbeit rührt direkt noch eine Neuheit. Vor vielen Zeilen Text hatte ich dargelegt, dass Webseiten als wir gestartet sind noch keine Logos hatten. Der Schriftzug in Comic Sans MS war seinerzeit völlig ausreichend. Jetzt ist gerade ein Vorstellungsvideo für die neuen Mitglieder bei beeple in der Mache – und da kam direkt die Frage ‚hey, schick mir doch mal Dein Logo für das Video‘. Logo? Welches Logo? Sowas brauchten wir bislang nicht weiter. Jetzt aber: Panikattacke. Aber dank eines Hinweises aus den Reihen der beeple-ianer bin ich auf crowdsite.de gestossen. Dort kann man Logos durch Designer erstellen lassen. Einzig ein kurzes Briefing ist dafür notwendig. Und was soll ich sagen: spielbar.com hat jetzt ein Logo. So richtig.
spielbar.com Logo
spielbar.com Logo

Designer des Logos ist Petje, der auf der Seite recht aktiv ist und nach einer kleinen Abstimmung im Freundeskreis das Sieger-Design erstellt hat. Wer also mal ein Logo entwerfen lassen möchte: Hier gibt es eine ehrlich gemeinte Empfehlung von mir. Die Aktion dort war in meinen Augen ein wirklich toller Erfolg. Die Mitmachenden haben ein gutes Dutzend wirklich guter Entwürfe eingereicht (48 waren es insgesamt). Es gab darüber hinaus viele Designs, die uns nicht so gut gefallen haben, aber Design ist ja auch immer Geschmacksache. Petje hat jedenfalls voll überzeugt. Und selbst der Zweitplazierte hat ein so gutes Design entworfen, dass die Entscheidung wirklich richtig schwer fiel.

Zukunftsaussichten
spielbar.com ist in den letzten 17 Jahren nicht stehengeblieben. Ich sehe auch jetzt nicht, dass wir einen Stillstand haben werden. Lassen wir uns also überraschen, was noch so alles kommt. Peer und Matthias habe ich schon Anfang 2016 versprochen, dass wir die Seite optisch mal aufhübschen und in Richtung Responsive bringen. Der Ball liegt derzeit immer noch in meiner Spielhälfte. Mit dem neuen Logo im Hintergrund muss das aber jetzt natürlich mal angegangen werden… So, damit kann ich mich dann wieder in den Hintergrund der Webseite zurückziehen. In den kommenden Wochen melde ich mich nochmals kurz mit einem Beitrag zu twiddle, überlasse jetzt aber wieder Peer und Matthias das Feld. Sie haben immerhin Erwartungen an diese Seite, die erfüllt werden wollen. Danke für’s Lesen. Und bleiben Sie uns gewogen!

Der Neue – Abenteuer eines Regals

Alle Jahre wieder…

Ungefähr so beginnt das mit der Weihnachtszeit, bzw. der Vorweihnachtszeit. So beginnt das aber mit der Spielmesse in Essen die den neuen Spieljahrgang einläutet. Und so beginnt aber auch so mancher Alptraum der bei den meisten ein unerwähntes Schattendasein fristet. Ein Alptraum, dessen Hülle des Schweigens ich endlich lüften muss.

Vor sechs Wochen ging die Messe zu Ende. Ich habe schon seit sehr vielen Jahren nicht mehr so wenige Spiele mitgebracht wie in diesem Jahr und dennoch ist es sehr viel geworden und der Platz muss her. Wir haben seitdem nicht mehr auf unserem Sofa sitzen können. Ein Sofa auf dem wir nur sitzen, wenn wir uns einen Film anschauen, aber, dann wird halt kein Film gesehen.

Obwohl wir uns jedes Jahr vornehmen uns gleich wieder von Spielen zu trennen, die wir nicht wollen, weil wir nicht mögen oder die einfach heute nicht mehr gut genug sind, schaffen wir es jedes Jahr aufs neue nicht. Die neue Spiele stehen auf dem Fußboden vor den Regalen auf dem Sofa und oft werden sie auch hin und her bewegt um mal hier oder dort Platz zu machen. Die traurige Reaktion ist dann meist: ein neues Regal muss her. Oder gleich eine neue Wohnung. Die letzten drei Umzüge hatte ich schon mal ausführlich geschildert, waren aus Expansionsgründen der Spielsammlung.

Zwischendurch haben wir einen Rappel bekommen, Regale abgebaut und rund 800 Spiele in den Keller verfrachtet, bis wir die Zeit finden sie zu verkaufen, aber in der Zeit könnte man dann ja nicht spielen. Das sit vier Jahre her, seitdem sind vier neue Regale wieder in die Wohnung gelangt, welche alle von oben bis unten voll sind.

Dieses Jahr wollte ich kein neues Regal. Ich hatte schon extra sehr wenige Spiele mitgenommen und die noch freie Wand ist unsere Fläche für den Projektor, wenn wir mal zu Hause was schauen wollen. Ein bisschen Kino-Feeling kann nicht schaden. Aber wie oft machen wir das denn tatsächlich? Ein neues Regal muss her und die Wand wird dann halt zugemacht. Meine Frau hätte auch gleich zwei oder drei gekauft, weil dann gleich vorgesorgt wäre, aber aus meiner Erfahrung wären die sofort voll gewesen und nächstes Jahr hätten wir keinen Wandplatz mehr gehabt. So konnten wir das Problem auf 2018 verschieben. Ein Problem das bestimmt niemand von den Lesern hier kennt und daher auch nie hätte.

Aber mit dem Ändern der Regelwand ist es ja in so einem Haushalt nicht getan. Da fällt ein Rattenschwanz an Arbeit mit an. Der Projektor soll in das Nachbarzimmer, wo der große Sohn drin ist. Sein Fernseher soll in das Zimmer des Kleinen rein und bei der Gelegenheit, wenn man schon was anfasst, könnten die Zimmer gleich renoviert werden.

Wir fangen mit dem ersten Zimmer an, räumen es leer und meine Frau geht an ihre Handwerkstätigkeit. Sie hat dafür den Finger. Ich darf solange kochen und einkaufen. Dann wird das Zimmer des Kleinen wieder neu eingerichtet und Kinderregale fliegen raus und Spielzeug wird gestiftet. Das fühlt sich gut an. Nun das nächste Zimmer. Das alte Sofa ist langsam kaputt und muss zerlegt und zum Sperrmüll gefahren werden. Neue Farbe wird gekauft und auch das Zimmer wird renoviert. Essen ist inzwischen 6 Wochen her und die Spiele stapeln sich immer noch auf dem Sofa und dem Boden. Zusammen mit Ausrangiertem aus den Kinderzimmern und auch einem noch nicht aufgebautem Regal.

Vielleicht hätte ich einfach gar keine Spiele in diesem Jahr kaufen sollen, aber wir wollen eigentlich realistisch bleiben. Eher wird die Halbe Wohnung umgestaltet, als das ich auf neue Spiele verzichte. Und da meine Frau genauso ein Spielejunkie ist wie ich, sieht sie auch nicht ein auf Neuheiten zu verzichten, auch wenn sie es meinen Fingern überlässt, was da reinkommt. Die Zeit hat sich nicht, zwischen Beruf, Familie und Renovieren.

Der Gendanke, dass es vermutlich einfacher wäre einfach Spiele auszurangieren oder erneut umzuziehen stellt sich halt immer wieder ein, aber auch der Größe einer Wohnung sind Grenzen gesetzt und es tut ja auch deutlich weniger weh, ein paar Zimmer umzustellen, als Spiele wegzugeben. Kommt da Trennungsschmerz dazu? Wann sind wir Spiele-Messis?

Gefühlt haben wir wenig Platz in unserem Spiel-Wohn-Zimmer, welches eigentlich das Größte Zimmer der Wohnung ist. Scheinbar ist jedes Jahr eine Komplettrenovierung nötig. So kann sich keiner beschweren, das die Wohnung verkommt, aber vielleicht hätte ich tatsächlich einfach gleich 3 Regale nehmen sollen, nur um mir die Renovierung in den nächsten 2 Jahren zu sparen.

Wenn man Äpfel mit Äpfeln vergleicht

Wenn ich mit meiner Frau über etwas Spielebezogenes diskutiere dauert dies meist länger, denn manchmal kommen Argumente am nächsten Tag hinzu und dann wird das Thema wieder aufgekocht. An sich ist das nichts Schlimmes und wir versuchen oft nicht den anderen zu überzeugen sondern nur möglichst viele Argumente auszutauschen. Halt mit Nachdruck, denn schließlich denkt doch jeder im Grunde Recht zu haben.

Diese Woche ging die Diskussion um Suburbia. Es ist derzeit unser Lieblingsspiel. Und wie Lieblingsspiele so sind werden sie sehr oft gespielt. An manchen Abenden drei oder viermal hintereinander und an anderen nur einmal, weil die Runde statt 45 Minuten diesmal 2 Stunden gedauert hat. Es kamen halt bestimme Teil nicht und das Spiel verlief völlig anders. Meine Frau meinte zumindest nach einem Abend, dass ihr das Spiel besser gefällt Keyflower.

Besser als Keyflower? Ein Affront wie ich finde. Keyflower ist mein Liebling der großen drei dieses Jahres. Es spielt sich wunderbar zu sechst und die Herausforderungen sind immer wieder neu. Die Spieler zu lesen und sich zu freuen, wenn zwei sich streiten und deswegen verlieren gibt dem Spiel so viel mehr Tiefgang als man meinen könnte nach nur einer Partie.

Also kam mein erstes Argument. Keyflower bedient eine andere Zielgruppe. Es ist eher für den Hard Core Spieler gedacht. Suburbia bedient eher die Taktiker und kann einen Glücksanteil nicht verleugnen. Wenn ein Spiel damit verglichen werden sollte, dann Brügge. Und welches da besser ist wüsste ich nicht mal. Beide machen mir Spaß und beides haben wir oft gespielt. Ihr Gegenargument war das es bei beiden darum geht sich Hexteile zu holen und bei sich einzubauen. Nur mag sie versteigern nicht, so das Suburbia den Vorzug bekommen würde. Ein sehr fades Argument wie ich finde.

Aber es war schon immer schwer Sachen zu vergleichen und ich möchte nicht in der Jury sein und dafür sorgen das am Ende eine Empfehlungsliste repräsentativ für den Jahrgang steht der alles abdeckt. Den Zugang als Muster zu wählen ist eine Methode. Die Spiele-Art eine andere. Ob ich sage das Spiel ist einfach oder ein Würfelspiel sind Kategorien die unterschiedlich einfach zu quantifizieren sind. Gilt Troyes schon als Würfelspiel wie Der große Wurf? Darf ich die beiden denn deswegen vergleichen? Oder sollte ich nur alleine Strategiespiele mit Strategiespielen vergleichen? Aber wie viel Strategie darf drin sein und in wie weit darf ich dann Taktikspiele miteinander vergleichen und vor allem Spiele die zu einem bestimmten Prozentsatz beides liefern?

Am Ende gilt für viele das Bauchgefühl. Ein Gefühl, welches eindeutig sagt, dass nur ein einziges Element zählt: Der Spaß. Das wohl unquantifizierbarste und subjektivste Empfinden von allen. Aber auch hier kennt die Mathematik ein System: Die Fuzzylogik. Es ist nur kein System welches der normale Mensch anwendet. Aber jeder hat es dennoch drauf als Bauchgefühl. Und je mehr Leute ein gutes Bauchgefühl bei einem Spiel haben, je mehr es mögen und Spaß beim Spielen haben, desto besser muss es wohl sein. Alle anderen Vergleiche sind nur der Diskussion wegen.

PS: Wer alles Teil der Masse sein will sollte helfen seinen Spaß kund zu tun. Bei der Wahl zum Deutschen Spielepreis. Einfach anmelden abstimmen und freuen. Je mehr mitmachen, desto schärfer ist das Ergebnis und das kann nur in unser allem Interesse sein.

Der Fels der Nostalgie

Nach meinem letzten Beitrag bekam ich einen Kommentar, das früher doch wirklich alles besser war, und das neue oft nur noch dasselbe mit Anstrich ist. Immer dem neuen Nachhetzen wäre doch zu viel und gerade in der Masse ist das nicht mehr vertretbar. In der Fairplay wurde erst neulich (im Editorial von Ausgabe 101) berichtet das es schon 1991 eine Neuheitenflut von (Achtung festhalten!): 40 (In Worten: V-i-e-r-z-i-g!) Spielen gab. Wer sollte die denn alle spielen?

Ja damals war alles cool und früher war alles besser. So einen Spruch kann man überall hören. Da die Leute das früher auch gesagt haben hängt damit zusammen, das der Mensch Veränderungen sucht aber auch scheut. Die Veränderung wirkt wie Unbehagen und macht Angst. Früher war alles so wie ich es gelernt habe. Ein Grund warum bestimmte Spieler auch lieber die x-te Variante eines Spiels kaufen, statt mal in eine andere Richtung zu gehen und andere Spieletypen ausprobieren. Wie dieses Gefühl aber schon damals war kann man an einem wunderbaren xkcd-Cartoon sehen.

Aber auch etwas anderes spielt mit rein: Nostalgie. Zur Nostalgie gehört aber auch ein bestimmtes Gemeinschaftsgefühl das durch geteilte Erinnerungen entsteht.

Gerade im Rollenspiel ist das überdeutlich. Fast jeder Amerikaner der schon in den 80ern Dungeons and Dragons gespielt hat, hat auch die großen bekannten Abenteuer gespielt: Temple of Elemental Evil, Tomb of Horror, Isle of Dread und Ravenloft um nur ein paar zu nennen. In Deutschland haben die meisten in Havena gesessen, dem damals vermutlich besten Kasten, für Das Schwarze Auge. Viele haben dieselben Erfahrungen gemacht und in der Vergangenheit waren diese Abenteuer eh alle besser. Dieses gemeinsame Erinnern an diese Abenteuer verbindet die Spieler und lässt sie eine gemeinsame Vergangenheit haben. Geteilte Erfahrungen sind ein starker Verbindungsmotor. Heutzutage spielt jeder ein anderes System und die Menge an Abenteuern, die einem heute zur Verfügung stehen, sind exorbitant groß. Die Chance das ein zufälliger anderer Rollenspieler den ich treffe dasselbe Abenteuer gespielt hat ist deutlich gesunken.

Für Brettspieler ist das nicht viel anders. In den 70ern spielten alle die coole 3M Reihe, selbst in den 80ern wurden alle Spiele auf dem Markt gespielt und zwar öfters, aber in den letzten 10 Jahren ist die Zahl der Spiele so stark gestiegen, dass niemand mehr alles gespielt haben kann. Dieser Umstand wird jedes Jahr im Vor- und Rückblick auf Essen unterstrichen. Auch wenn ein Guido sich schon outet muss, wenn er noch nie Elfenland gespielt hat, so hat in Wahrheit fast jeder die großen Spiele gespielt. Die gemeinsamen Erfahrungen mit Hase & Igel, Heimlich & Co, oder Siedler von Catan. Das sind die Felsen an denen die Brettspieler sich festhalten und die zur guten alten Zeit gehören.

Ich bin ein Verfechter der Masse. Ich finde es richtig, dass es mehr und mehr Spiele gibt. Dies gehrt zum Evolutionsprozess bessere Spiele zu entwickeln und vor allem gibt es für immer mehr Spielergruppen immer mehr Spiele. Zum Teil entstehen auch gerade dadurch neue Spielergruppen. Die Zersplitterung ist ein eigenes Problem für sich, aber auch wieder eins das nur unterstreicht, dass früher alles viel besser gewesen sein soll.

Gemeinsame Erinnerungen können aber auch heute noch entstehen. Spiele wie sie die Jury jedes Jahr auswählt sind nicht nur der Leuchtturm für Nichtspieler, die jemanden brauchen der sie führt, sondern vor allem auch der Fels, an welchem wir uns an die alten Jahrgänge erinnern. Sei es das tolle Torres 2000, das hervorragende Zug um Zug 2004, das wegweisende Dominion 2009 oder das dominierende 7 Wonders 2011. Eigentlich hat jeder diese Spiele gespielt und jeder wird in 15 Jahren von diesen Spielen noch sprechen und dabei von der guten alten Zeit reden. Die Nostalgie ist nämlich immer vorhanden und gibt uns selbst dann etwas zum festhalten, wenn die Millionengrenze in Essen geknackt wird. Ob an Neuheiten oder an Besuchern.

PS: Spielbar geht jetzt in die Sommerzeit. Peer und ich werden jetzt eher einen zweiwöchigen Rhythmus pflegen. Ab August geht es jedoch mit voller Fahrt weiter.

Personalverantwortung

Es sind die Extreme die einen immer wieder zum Nachdenken anregen. Ich hatte ein paar Jahre lang einen Job mit Personalverantwortung. Ich war verantwortlich für vier Personen und jede Menge freiwillige Helfer. Ein Job der mich verpflichtete mich mehr um das Personal als die Arbeit zu kümmern, aber es war klasse, weil ich nicht reingeworfen wurde, sondern langsam reinwachsen konnte. Je höher man in der Hierarchie war desto mehr ging es um das Managen der Mitarbeiter als um das Managen der Arbeit, obwohl das Eine das Andere bedingte. Und das hieß nicht nur aufpassen sondern auch fördern.

Derzeit bin ich Selbständig. Ich bin nur für mich alleine verantwortlich und kann meine Zeit halbwegs frei einteilen. Die Aufgaben stehen im Mittelpunkt und meine Verantwortung ist eher Ergebnisorientiert. Ich muss niemanden coachen oder motivieren, außer mich selber. Es gibt dennoch Helfer die ich engagieren muss, wenn ich eine Veranstaltung durchführe. Helfer auf die ich mich verlassen muss, welche wie ein Uhrwerk funktionieren müssen. Und dennoch gibt es auch hier Ausreißer.

Brettspiele haben diese Wunderbare Kategorie der Worker-Placements. Effektiv übernimmt jeder Spieler hier Personalverantwortung und muss das ihm gegebene Personal möglichst effektiv nutzen um die Aufgaben besser zu erledigen als die Mittbewerber. Leider beschränkt sich dieses System oft auf die Worker als Ressource, welche alle gleich gut sind und wo keine Menschliche Ebene drin ist. Das macht auch Sinn, denn das Spiel will eine idealisierte Welt vorspielen, welche uns aus der Realität flüchten lässt. Es macht auch Sinn, wenn man bedenkt das die Amerikaner ihr Personal oft auch nur als Human Ressources betrachten.

Zum Glück gibt es aber Spiele wo die Arbeiter unterschiedliche Stärken haben und für bestimmte Sachen besser geeignet sind. Diese zusätzliche Ebene hat den Vorteil, dass es noch strategischer werden kann. Auf seine Weise ist die Personalwahl bei Notre Dame genau hier so ein Element. Die Spieler müssen sogar damit leben, wer wann zur Verfügung steht. Auch Rattus ist mit seinen Personen etwas in der Art. Ich übernehme die Verantwortung eine Person anzuheuern, und muss damit leben wenn sie mich wieder Einfluss kostet.

Es ist immer noch stilisiert und es werden normalerweise keine Zufallseffekte dazwischen geworfen, wie sie als schlechtes Spieldesign von den Spielern angenommen werden, da sie als unkontrollierbare Glückselemente einbringen. Gerade wenn es manche Spieler mehr trifft als andere. Es wäre auch zu echt, wenn einer ausfällt weil er über Nacht zu viel getrunken, einfach verschlafen, mit einer Kollegin rumgemacht, was zu Spannung in der Belegschaft führt oder einfach nur den Dienstwagen zu Schrott gefahren hat. Solch eine Aufzählung erinnert an Monopoly aber nicht an ein Hard Core Euro Spiel. Da heißt es eher, die Pest tritt auf, die Hunnen überfallen Dich oder auch ein Assassine hat einen gemeuchelt.

Solche Begebenheiten passieren im wahren Leben und erwarten taktische Überlegungen und Anpassungen auf der Stelle. Eine Eigenschaft die auch beim Spieletesten aufkommt. Mitten im Spiel stellt man fest, dass das Spiel an einer Stelle nicht so funktioniert wie es gedacht war oder ein Element zu stark oder zu schwach ist. Es wird sofort geändert und mit der Änderungen weitergespielt. Und das Spiel widerspricht selten auf solche Aktionen. Menschen reagieren da doch individueller, so wie sie es am Spieltisch auch tun sollen.