And the Sylvester goes to… 2017 Edition

Dieses Jahr habe ich deutlich mehr Spiele gespielt als letztes Jahr! Meine Runde ist stabiler und das macht sich bemerkbar. Leider habe ich auch dieses Jahr noch eklatante Lücken (Pandemic Season 2, This war of mine, Berge des Wahnsinns, London…) aber der Januar ist lang. Ich habe mir 2017 auch mehr Spiele zugelegt als in den Jahren davor und auch wenn der Kartenspielanteil hoch war, muss ich da 2018 etwas zurückschrauben. Insofern bin ich zuversichtlich die Lücken dieses Jahres nächstes Jahr auszufüllen…

Der Sylvester in Gold geht dieses Jahr an Mechs vs Minions. Es hat nicht lange gedauert, bis ich das beschlossen habe – bereits die Trainingsmissionen haben gefesselt. Es ist das beste Spiel geblieben. Mehr dazu in meiner Rezi.

Das einzige Spiel, dass dem wirklich gefährlich wurde, war Azul – Das den Sylvester in Silber erhält.Das Spiel ist in allen Besetzungen gut! Es bietet alles, was ich an einem Spiel schätze: Einfache Regeln, aber Spieltiefe, Interaktion, eine Portion Gemeinheit, aber nicht willkürlich, kurz und knackig. Ein bisschen Gepuzzle. Und eine angenehme Optik und Haptik. Das einzige “Mainstream”-Spiel, dass ich mir in Essen gekauft habe und das meistgespielte Spiel seitdem.

Für den Sylvester in Bronze musste ich ein bisschen mehr in mich gehen. Nicht weil es keine Spiele mehr gäbe, die gut sind, sondern weil danach gleich eine ganze Reihe wirklich guter Spiele in den Startlöchern sitzen. Letztlich habe ich mich für Cuckoo! entschieden. Dieses kleine Kartenspiel von József Dorsonczky (erschienen bei Mind Fitness) ist das originellste alle folgenden Plätze: Es ist nicht kompliziert, bietet aber Anteile von Blackjack, Mau-Mau und Stichspielen, ist dabei aber völlig eigenständig.  Je nach Mitspieleranzahl ändert es zudem seinen Charakter – weniger ist mehr taktisch, mehr ist mehr Zock, aber es macht Spaß in allen Besetzungen und wird so gerne immer wieder rausgeholt.

Aber eine Dreierliste ist immer etwas willkürlich (obwohl die ersten beiden Plätze schon sehr sicher da oben stehen!), daher ein paar Honorable Mentions:

Birdie Fight (Neu erschienen als Songbirds) ist eines dieser kleinen asiatischen Kartenspiele, die ungemein einfache Regeln haben und bei denen man denkt: “Ach naja, das wird schon nicht so dolle sein” und dann beim Spielen den ganzen Punch auspacken. Der Gag hier: Man legt Karten in die gemeinsame Auslage. Punkten tut man für die letzte Karte, die man auf der Hand behält. Das heißt, man möchte eine möglichst gute Karte zurückbehalten – aber die fehlt dann in der Auslage. Für mich das bessere (weil einfachere) Arboretum (und ich mag das!)

Ich habe wieder viele Escape-Rooms gespielt und am besten hat mir die Murder-Mystery-Erweiterung für Escape Room gefallen – hier ist die Story stark, die Puzzles sind gut und vor allem thematisch passend. Das Spiel zeigt deutlich was in diesem Bereich noch alles möglich ist!

Kingdomino war meine Beeple-Weihnachtsempfehlung und dazu stehe ich vollkommen! Auch das habe ich schon oft gespielt, in verschiedenen Besetzungen. Es macht meiner älteren Tochter sehr viel Spaß und ebenso meinen Eltern. Den Spiel-des-Jahres-Titel hat es nicht umsonst bekommen.

Paper Tales war ebenfalls eine Empfehlung, nicht zuletzt weil es nach Azul die am zweithäufigsten gespielte Neuheit war. Wie Azul spielt man es flott runter, sobald man weiß wie es geht und wie bei Azul gewinnt der bessere Spieler, aber ohne, dass es frustrierend für die anderen wäre. Paper Tales ist ein schnelles Drafting-Spiel, sichtbar an 7 Wonders angelehnt. Wo Paper Tales aber seinen Lehrmeister überflügelt ist bei der Einfachheit. Sitzt ein 7 Wonders-Neuling am Tisch dauert die Erklärung des Spieles länger als das Spiel selbst. Paper Tales ist da schneller erklärt, auch weil vieles einfach logisch ist. Dabei ist die Spieltiefe in etwa dieselbe – Daher ist Paper Tales für mich das bessere 7 Wonders. Wie man hört ist eine Deutsche Ausgabe geplant – also im Hinterkopf behalten!

Viel Weihnachtsspielzeit wurde mit Destination X verbracht – ein sehr cooles Geographie-Quiz, für das ich mir eine Deutsche Ausgabe wünsche. Wie bei Where in the World is Carmen Sandiago spielt einer gegen alle und die alle müssen herausfinden in welchem Land der eine steckt. Dazu gibt es Fragen nach der Bevölkerungsanzahl oder der Staatsreligion. Spannend und der Schwierigkeitsgrad ist sehr gut austarierbar (im normalen Modus hat es der Einzelspieler schwerer, wenn sich die anderen mit Geographie einigermaßen gut auskennen). Ich empfehle übrigens die Variante mit den offenen Fragekarten – die ist zwar nicht unbedingt leichter für den Agenten, aber er kann sein Zielland begründeter aussuchen, was mehr Spaß macht.

Zu guter Letzt: 2017 sah eine Renaissance der Stichspiele. Es gabe viele sehr gute Spiele, zum Beispiel das edle Indulgence oder das originelle Voodoo Prince (das mir besser gefällt als Skull King aus derselben Reihe). Mir persönlich hat aber Cobra am besten gefallen. Cobra ist ein klassisches Stichspiel, bei dem man herrlich überlegt spielen muss und sich den Karten nicht ausgeliefert fühlt. Der Kniff hier ist, dass man “Cobras” sammelt, wenn man einen Stich nicht macht, diese aber gegen Siegpunkte eintauscht, wenn man einen Stich gewinnt. Das sollte dann geschehen wenn man möglichst genau 7 Cobras hat – was natürlich nicht so einfach ist. Das Spiel hat dadurch einen angenehmen Rhytmus, da man sowohl Stiche verlieren als auch gewinnen muss. Hinzu kommt, dass niemals die ganze Hand runtergespielt wird, man aber das Rundende beeinflussen kann. Wie gesagt: Sehr trickreich !

Auf ein neues!

ciao

peer

Autor: Peer Sylvester

Begann seine Spielerkarriere recht früh, weil sein Vater einen Gegner beim Schach brauchte. Berufswunsch in der dritten Klasse: “professioneller Schachspieler”. Lebt in Berlin und arbeitet als Lehrer für Mathematik und Chemie. Hat bereits erfolgreich seine ersten Spiele als Autor bei verschiedenen Verlagen veröffentlicht.

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