Vorstellung: Board Game Circus

 Jürgen hatte sich auf der Messe bereits mit den Board Game Circus unterhalten und hat dann mich hingeschickt. Ich kannte sie zwar von Twitter, wusste aber nicht so richtig, was genau die eigentlich machen. “Leider” war der Stand ständig umlagert, so dass ich nur einen Blick auf die Spiele werfen konnte – und das kann sich sehen lassen. Boardgame Circus hat ein interessantes Portfolio!

Daher habe ich mich schnell zum Email-Interview angemeldet – Gute Spiele interessieren mich ja immer 🙂 Und ich habe dann auch gleich erfahren was Board Game Circus eigentlich macht. Und das erfahr ihr ebenfalls!

 Stellt euch doch bitte kurz vor!

Wir sind Alex und Daniel, seit Anfang des Jahres Herz und Seele von Board Game Circus. Kennengelernt haben wir uns bereits etwas früher, damals fingen wir an, zusammen an verschiedenen Projekte zu arbeiten. Und weil das so gut lief und uns viel Spaß bereitet hat, ist Alex schließlich bei Board Game Circus eingestiegen.

 Ihr seid ja kein “normaler” Verlag. Was genau macht ihr eigentlich?

Board Game Circus steht seit 2015 SpieleautorInnen und Verlagen mit kompetenten Dienstleistungen zur Verfügung, welche die Realisierung ihrer Ideen und Produkte bis hin zum Markteintritt ermöglichen. Einfach ausgedrückt unterstützen wir bei (oder übernehmen) Aufgaben wie Übersetzungen in mehrere Sprachen, Marketing, Crowdfunding Management, Spielelektorat und Redaktion sowie Promotion (z. B. das Versenden von Rezensionsexemplaren an unser Media Partner Netzwerk).

Seit Anfang 2017 betätigen wir uns außerdem selbst als Herausgeber und lokalisieren internationale Spiele für den hiesigen Markt. Parallel dazu haben wir begonnen, unser eigenes Vertriebsnetzwerk aufzubauen, um diese Spiele und die Spiele unserer Partner den Spielerinnen und Spielern über ausgesuchte Fachhändler zugänglich zu machen.

 Nehmen wir einmal an, ich wollte unbedingt meinen neuen Prototypen selbst veröffentlichen und komme damit zu euch. Womit könnt ihr mir helfen, was müsste ich schon selber tun?

 

Wir geben vielfach Hilfe zur Selbsthilfe, Teilen also unser Wissen und unsere Erfahrung, statt diese einfach nur zu verkaufen. Deinen Prototypen würden wir uns genau ansehen, spielen und dann Feedback zu möglichen Schwächen oder Verbesserungen geben. Wir würden das Spiel, sofern nötig, mit dir zusammen weiterentwickeln, bis es rund ist und ein gut verständliches und einfach nachzuvollziehendes Regelwerk dafür erstellen. Dabei behalten wir stets deine ursprüngliche Idee im Blick, aber auch die Bedürfnisse der anvisierten Zielgruppe für dein Spiel. Die nötige Expertise dazu leitet sich aus unserer persönlichen Tätigkeit als Spieleentwickler und Vielspieler mit guter Kenntnis des Marktes ab.

Schon während dieses Prozesses haben wir auch die später anfallenden Produktionskosten im Blick. Wir können beraten, welche Komponenten und Materialen verhältnismäßig günstig oder teuer sind und Vorschläge machen, wie man bei Bedarf substituieren kann. Im nächsten Schritt vernetzen wir dich mit Illustratoren, die dem Spiel visuell Leben einhauchen.

Im Zusammenhang mit der Produktionsplanung können wir einen Kostenplan erstellen und eine Strategie erarbeiten, wie die Finanzierung zum Beispiel mittels Crowdfunding erreicht werden kann. Falls gewünscht, planen wir dann eine Crowdfundingkampagne mit dir und führen diese auch mit dir zusammen durch.

Wenn es an die Produktion geht, unterstützen wir bei der Datenaufbereitung entsprechend der Druckspezifikationen der Druckwerks (Daniel ist gelernter Mediengestalter für Digital und Printmedien).

Ist das Spiel gedruckt, kann es von uns in den Verkauf gebracht werden. Zum Beispiel über unseren Vertrieb oder auf Messen und Events, die wir besuchen.

Die einzelnen Schritte dieser Bearbeitungskette sind letztlich optional. Bist du selbst schon weiter, dann wünscht du dir vielleicht nur Unterstützung in einer bestimmten Sache. Wir gehen individuell auf dich und dein Spiel ein.

Wenn ihr umgekehrt selbst als Herausgeber tätig wird, wie wählt ihr eure Spiele aus? Habt ihr da eine bestimmte “Handschrift” oder stellt ihr euch möglichst breit auf?

Aktuell wollen wir als Kleinstverlag vor allem den Weg auf die Tische möglichst vieler SpielerInnen und Spieler finden, die an unseren Titeln hoffentlich ebenso viel Gefallen finden wie wir selbst. Daher findet ihr in unserem Katalog mehrheitlich familienfreundliche Spiele, die relativ leicht zugänglich sind und doch eine schöne Spieltiefe bieten. Also Spiele, die offen und einladend für eine breite Zielgeuppe sind. Dies und die hochwertige Produktion gepaart mit Toplevel-Grafik- & Illustration verbindet all unsere Spiele.

Was habt ihr für die Zukunft geplant (Nah und fern)?

Wir werden kontinuierlich spannende neue Spiele vorstellen, die wir entweder selbst herausbringen oder durch unsere Partner in den Vertrieb aufnehmen. Vermutlich wird es ein gesunder mix aus beidem, wie auch jetzt schon. Ihr werdet uns auf zahlreichen Brettspielevents und Messen antreffen, auf denen wir unsere Spiele vorstellen und zum Ausprobieren bereithalten. Konkret sind die nächsten geplanten Events die EpicCon in Münster sowie die Spiel doch! In Duisburg. Aber auch auf den Bremer Spieletagen und andernorts werdet ihr, wenn nicht uns, so doch unseren Spielen begegnen können.

Was haltet ihr von dem Spiel Meeple Circus?

Es ist eine große Schachtel mit viel Luft drin. Alex hat richtig Gefallen dran gefunden, mir ist es zu kleinteilig. Ich bleibe bei Tier auf Tier, das birgt weniger Frustpotential für mich 😉

Als wir unseren Vertrieb noch unter dem Namen Meeple Circus führten, schrieb Matagot uns an und informierte uns über den gleichlautenden Spieltitel. Dass wir zufällig den gleichen Namen trugen, stellte für keine der beiden Seiten ein Problem dar, wir fanden es lustig.

Dass mittlerweile alle Bereiche unseres Unternehmens unter der Marke Board Game Circus firmieren ist vor allem die logische Konsequenz aus der guten Wahrnehmung dieses Namens im In- und Ausland.

Vielen Dank für das Interview!

Peer Sylvester

Autor: Peer Sylvester

Begann seine Spielerkarriere recht früh, weil sein Vater einen Gegner beim Schach brauchte. Berufswunsch in der dritten Klasse: “professioneller Schachspieler”. Lebt in Berlin und arbeitet als Lehrer für Mathematik und Chemie. Hat bereits erfolgreich seine ersten Spiele als Autor bei verschiedenen Verlagen veröffentlicht.

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