Im Limbo

Ich beginne einmal mit einer guten Nachricht: Fantasy Flight Games wird die Praxis einstellen, auf Legends of the Five Ringes – Turnieren “Banzai” zu rufen. Hier hatte ich über die Praxis berichtet und geschrieben warum die nicht ganz unproblematisch ist. Um so erfreulicher, dass FFG die Angelegenheit auch so sieht. In einer Zeit,in der die Videospielszene mit sich selbst kämpft (weil sich immer mehr Szenegrößen als Rassisten, Sexisten und Unsympathen entpuppen), ist es irgendwie beruhigend zu wissen, dass in der Spieleszene vieles richtig läuft. Sicherlich kein Grund, die Augen zu verschließen -auch in unserem Hobby gibt es diese Problemfälle – aber dennoch eine positive Entwicklung.

Das Problem, dass ich jetzt habe, ist ein organisatorisches: Ich habe dieses Wochenende ehrlich gesagt kaum Zeit zum schreiben. Die Wochen vor Essen sind tatsächlich etwas voll mit privatem und mit spielerischem (es wird auch noch die eine oder andere Rezension erscheinen). Nächste Woche ist Matthias wieder dran. Dann ist schon das Wochenende vor Essen und da bin ich mit meiner Familie unterwegs und werde nichts schreiben können. Da würde es sich ja anbieten, eine kleine Messe-vorschau zu posten – aber ist es dafür nicht noch zu früh? Naja, egal! Wie gesagt, wenig Zeit für große Endkontrollen, da hilft nur über etwas zu schreiben, wo ich nicht irgendwelche Fakten checken muss!

Eine kleine Messevorschau gab es ja schon hier.

Als erstes: Ich gehe ja auch auf die Messe um Leute zu treffen. Wer mich treffen möchte: Ich bin nur Donnerstag und Freitag auf der Messe. Am Freitag habe ich zwischen 11.00 und 12.00 Signierstunde am Stand von Osprey (7B101). Da kann man mich also auf jeden Fall treffen!

Und Osprey lohnt sich: Neben The Lost Expedition (und 2 Sorten Promos für alle die dort im Werte von min. 20€ einkaufen) gibt es durchaus interessante Spiele dort: London von Martin Wallace in einer Neuauflage und die beiden neuen Star Cartel (ein einfaches Handelsspiel) und das Geschicklichkeitsspiel Zoo Ball . Die beiden letzteren werde ich mir wohl einpacken lassen. Samurai Gardener habe ich bereits – bzw. ich habe die Originalausgabe (hieß noch Edo Yashiki). Es ist eine Art Mini-Mondo, wer also solche “Schnell ein Plättchen-schnappen”-Spiele mag…

Meine Favoriten aufv der Messe werde ich mir aber allesamt nicht vor Ort zulegen: Pandemic Legacy Season 2 besorge ich mir nach der Messe. Die deutsche Ausgabe des kooperativen Anti-Kriegsspieles This war of mine (das mich schon alleine wegen des Settings reizt) erscheint erst im Dezember. Und Photosythesis erscheint in Deutsch wohl im März, so lange kann ich warten.

Dafür habe ich bereits ein paar Dineg vorbestellt: Coaster Park z.B. Da bin ich ehrlich gesagt etwas unsicher, weil die anderen Spiele von Pandasaurus Games eher mäßige Kritiken bekommen haben und ich ein bisschen fürchte, dass auch hier die Idee besser sein könnte, als das Spiel. Aber ich mag einfach Versteigerungsspiele und dieses sieht sehr cool und originell aus. Auch die deutsche Ausgabe von Networks habe ich vorbestellt – und dafür die englische bei BGG abgestoßen. Deutsche Texte kommen in meinen Runden einfach besser an. Dann habe ich die wunderschönen Herbalism und Harvest Island vorbestellt. Bard Saga soll recht verkopft sein – das muss ich Probespielen. Minipark sieht auch nett aus, aber ich habe mit Cwalis Habitat schon ein recht ähnliches Spiel. Minirails habe ich aber vorbestellt – das ist ein Spiel nach meinem Geschmack: Superinfache Regeln, aber sehr komplex in der Ausführung und wohl auch interaktiv. Ich bin gespannt!

Nicht vorbestellen konnte ich die Modern Art von Oink. Ich habe zwar das Original (Amigo), aber so platzsparend, hat das seinen Reiz. Und ich mag Oink einfach. Ob die auch Nine Tiles dabeihaben? Das fehlt nämlich noch in meiner Sammlung.

Persönlich empfehlen kann ich Cuckoo  (siehe Link oben) und Songbirds, das ich als Birdie Fight kenne und besitze. Dabei handelt es sich um ein Legespiel, bei dem man aber mit dem punktet, was man nicht ablegt. Einfacher und fieser als Arboretum und einer meiner Favoriten dieses Jahr!

So was werde ich mir in Essen noch angucken? Hofft ihr auf Geheimtipps? Na mal sehen… Perplext Games werden alle “Kaugummi”-Spiele dabei haben und ich werde vermutlich das erste Set abgreifen. Das zweite habe ich nämlich und auch wenn die Spiele jetzt nicht atemberaubend sind, sind sie eigentlich alle kompetent gemacht und durchaus spielenswert (Disclaimer: Ich habe noch nicht alle durchprobiert). “Kaugummi”-Spiele heißen die, weil deren Verpackung in etwa Kaugummigröße haben.

Fireworks finde ich wunderschön. Aber für den Preis muss ich es erst einmal ausprobieren – Legespiele habe ich schon recht viele. Zwar hat man den Gag, dass man eine “Rakete” in die Schachtel wirft, aber letztlich ist das nur ein Zufallsmechanismus und nicht wirklich essentiell. Renegade Games Studios sind m.E. auch definitiv einen Besuch wert, die haben viele interessante Spiele im Programm. The terrifying Girl disorder hat nicht nur einen coolen Namen, auch der Mechanismus könnte was taugen – asiatischer Minimalismus! Ich mag Koryo und das könnte ähnlich sein. Und dann aus der Kategorie “Da weiß ich gar nichts drüber, aber ich bin neugierig”: Bei Photofinish muss man irgendwie bestimmen, wer als erster über der Ziellinie war. Keien Ahnung wie das funktioniert – Beobachtungsgabe? Schnelligkeit? Logik? Raten? Neue Ideen sind immer willkommen! Und Cover Me! hat einfach ein witziges Cover und sowas spricht mich dann auch an.

So simpel bin ich.

Viel Spaß in Essen!

peer

P.S.: Bislang hat es nirgendwo gepasst, aber ich habe Gentes von Spielworxx probiert! Und es hat mir durchaus gefallen! Es ist eines jener Spiele, dass man bei der ersten Partei 60 Minuten lang erklärt, um dann festzustellen, dass alles ganz einfach ist und die Erklärzeit locker auf 15 Minutenb runterschrauben kann, wenn man weiß, worum es geht. Denn der Kernmechanismus ist einfach: Aktion  whlen und damit Zeitleiste abdecken. Ist die Zeitleiste voll, ist Runde für einen beendet. Aktionen sind insgesamt eher abstrakt – wer ein thematisches Civi erwartet wird enttäuscht – aber durchaus intuitiv und es gibt viel Raum zum Optimieren. Dabei sind die Züge i.A. sehr kurz und damit liegt das Spiel in meiner Wohlfühlzone: Nicht zu kompliziert, nicht zu lang, kurze, knackige Entscheidungen. Könnte aber etwas interaktiver sein. Aber der Daumen ist definitiv oben!

Peer Sylvester

Autor: Peer Sylvester

Begann seine Spielerkarriere recht früh, weil sein Vater einen Gegner beim Schach brauchte. Berufswunsch in der dritten Klasse: “professioneller Schachspieler”. Lebt in Berlin und arbeitet als Lehrer für Mathematik und Chemie. Hat bereits erfolgreich seine ersten Spiele als Autor bei verschiedenen Verlagen veröffentlicht.

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