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Verlagsvorstellung Antler Games

Gleich das zweite Interview in kurzer Zeit! Aber wenn man eben genügend interessante Projekte findet. Diesmal geht die Reise nach Ungarn zu Antler Games. Oder es geht in ein garantiert zombieloses Endzeitszenario – wie mans nimmt! Interessant ist es auf jeden Fall – Versprochen!

Bitte stellt Euch und Euren Verlag kurz vor!

Wir sind ein Team aus drei enthuasiastischen Ingenieuren, und jetzt Spieleerfindern, aus Budapest, Ungarn. Wir kennen uns seit der Mittelstufe und entwickeln schon lange Brettspiele als Hobby. Vor etwa einen Jahr entschlossen wir uns den Sprung zu wagen und ernsthaft ein vollständiges Spiel über Kickstarter zu veröffentlichen. Wir haben uns mit einem Schriftsteller und einen Graphiker zusammengetan, um unser Saltlands zu verwirklichen. Im Moment läuft die Kampagne auf Kickstarter.

Bitte erzählt uns ein bisschen mehr über das Spiel!

Das Wasser der Erde ist ausgetrocknet und damit auch jegliche Zivilisation. Als Überlebender hast du es geschafft dir ein Leben auf den Saltlands aufzubauen – Ebenen die von einem großen Ozean hinterlassen wurden. Da nähert sich aus dem Westen eine Bander Raiders, eine schreckliche Horde. Du must als einer der ersten entkommen, wenn du eine Chance haben willst zu überleben!

Du hast Gerüchte gehört über drei mystische Gebiete, wo du überleben könntest und sicher von den Raiders wärest. Daher erforscht du die Saltlands und folgst den Gerüchten auf der Suche nach den Gebieten. Es gibt keine festen Teams – der erste Spieler oder die ersten Spieler, die aus den Saltlands mit der notwendigen Anzahl von Gegenständen verlässt gewinnt- Du must also entscheiden, mit wem du zusammenarbeiten willst und wenn du betrügst.

Saltlands ist ein anspruchsvolles Spiel, zuerst steht DEIN Überleben auf dem Programm – ob und mit wem du kooperierst ist deine Entscheidung. Du musst dich den Gegebenheiten anpassen.

Das Grundspiel ist semi-kooperativ, aber mit nur wenigen Regeländerungen kann man es auch voll kooperativ oder Jeder-für-sich  spielen. Auch der Schwierigkeitsgrad kann flexibel angepasst werden.

Was habt ihr für die Zukunft geplant?

Wir haben tausende von Spielideen, für den Fall dass Saltlands erfolgreich sein sollte. Prinzipiell würden wir gerne ein echter Verlag werden und dann würde das nächste Spiel zu Weihnachten erscheinen. Ich kann jetzt noch nicht viel davon erzählen, aber wir mögen die semi-kooperativen Allianzen so gerne, dass wir wohl dabei bleiben werden.

Die Spielwelt ist doch sehr einzigartig – Was hat euch inspiriert? Habt ihr mit dem Setting angefangen oder mit den Mechanismen?

Ursprünglich hat der Autor Gergely Kruppaein Zombiespiel namens Deadline in seiner Freizeit entwickelt – nur so aus Spaß und um ein bisschen zu experimentieren und mit seinen Kommilitonen zu spielen. Als Deadline fast fertig war kam der letzte (und großartige) Mad Max – Film heraus. Da haben wir gemerkt, dass wir das Thema weg von den ausgelutschten Zombies zu etwas originellerem ändern müssen.

Die Antwort ist also “Beides”: Wir hatten einen Überlebensmechanismus (der ständig weiterentwickelt wurde) und ein Setting, das uns weiter inspirierte. Außerdem war unser Ziel eine einzigartige Welt mit eigener Geschichte und Darstellern zu erschaffen, also kontakteten wir einen Schriftsteller, der uns beim World Building half.

Es gibt ja nicht allzu viele Ungarische Verlage – Wir würdet ihr die Brettspielszene in eurer Heimat beschreiben?

Ja, die Szene hier ist klein und sehr lokal. Aber die Leute in Ungarn entdecken die Brettspiele, ein Club nach dem anderen wird gegründet…

Jede Woche führen wir das Spiel irgendwo vor und wir sind stolz darauf, dass die zweitgrößte Gruppe (nach den USA), die unser Spiel unterstützt, die Ungarischen Spieler sind. Wir hoffen jetzt auf noch mehr Backer, in dem wir Übersetzungen anbieten, inklusive Deutsch! Bald erscheint ein Regelauszug in allen verfügbaren Sprachen.

Es gibt ein paar Verlage hier in Ungarn, der bekannteste ist Mindclash Gamnes, die letztes Jahr Trickerion veröffentlichten und dieses Jahr Anachrony. Sie sind ein großes Vorbild für uns – und natürlich kennen wir uns persönloch, denn die Szene ist ja noch sehr familiär.

Werdet ihr in Essen sein?

Natürlich! Hoffentlich auch als Aussteller, aber auch um Spaß zu haben und um zu sehen, wohin die Brettspielwelt geht… je nachdem wo unsere Reise hingeht.

Vielen Dank für das Interview!

 

Ich habe ja -logischerweise – das Spiel noch nicht gespielt. Aber Setting und Graphik sind herrlich erfrischend (trotz Wassermangelns). Was mich aber besonders anspricht ist die selten genutzte “Gewinn alleine oder mit Mitspielern”-Konstellation. Außer Dune fällt mir da kein zweites Spiel mit dieser Mechanik ein (ich wollte da schon immer mal was machen, aber wie das so ist – zu viele Projekte, zu wenig Zeit…)

 

Peer Sylvester

Begann seine Spielerkarriere recht früh, weil sein Vater einen Gegner beim Schach brauchte. Berufswunsch in der dritten Klasse: “professioneller Schachspieler”. Lebt in Berlin und arbeitet als Lehrer für Mathematik und Chemie. Hat bereits erfolgreich seine ersten Spiele als Autor bei verschiedenen Verlagen veröffentlicht.
Peer Sylvester

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