Nicht-Nicht-Werkstattbericht oder auch wie es liebte Entscheidungen zu treffen

Dies wird eine Art Nicht-Werkstattbericht. Peer hat gesagt, dass dies tatsächlich interessant sein könnte für unsere Leser, daher will ich es mal probieren, ohne dabei die Autoren Tätigkeiten zu betrachten, sondern eher die Verleger-Seite. Es geht um mein Osternest. Wen das eher langweilt, kann hier schon aussteigen, denn was anderes kommt jetzt nicht.

Nach dem gefühlt offensichtlichen Adventskalender, dessen Prinzip so einfach und simpel und auch einleuchtend ist, haben einige ordentlich Witze gemacht, als ich im Januar das Osternest angekündigt habe. Dabei kam die Idee gefühlt sehr spät auf. Und mit sehr Spät meine ich Ende Juli letzten Jahres. Zu dieser Zeit fragt mich ein Verlag, ob er noch in den Adventskalender mit reinkönnte. Zu diesem Zeitpunkt war aber alles schon beim Drucker und so gut wie gedruckt. Der Inhalt war angekündigt. da noch was zu ändern war einfach zu spät. Keine Chance. Ich sagte, er könnte ja nächstes Jahr rein, wenn es erfolgreich genug wäre (Spoiler: Ist es zum Glück). Aber das war dem Redakteur zu spät. Die Idee entstand etwas dazwischen noch zu machen.

Zwischeninfo: Wer trotz der vielen Witze noch andere Feiertagspäckchen erwartet, sei es für Halloween, Valentinstag, Pfingsten, oder auch den Geburtstag seiner Großmutter sollte jetzt bitte enttäuscht sein. Ist nicht geplant.

Das Ganze hängt also mit dem fürchterlich schnellen Produktzyklen zusammen. Früher konnte die Spielbox von den Neuheiten ein ganzes Jahr lang berichten. Wer heutzutage im Februar über ein Spiel aus Essen redet, redet über was gestriges. Die Nürnberg-Berge warten doch schon. Dabei konnten die meisten Sachen aus Essen bis dahin noch gar nicht ausreichend gespielt werden. Zumindest ich habe noch so einiges was ich gerne spielen möchte. Auch aus Jahrgängen davor. Ich habe zum Beispiel gestern in Braunschweig die Gelegenheit genutzt und ein paar Spiele von Nürnberg 15, und Essen 14 gespielt.  Ich kannte sie ja noch nicht. Und ich bin froh einen Eindruck davon gewinnen zu können.

In einem schnellen Markt gibt es aber auch zwischen zwei Essen den Bedarf etwas zu bewerben. Im Gespräch mit dem Redakteur kam mir da der irrwitzige Gedanke des Osternests. Es ist ungefähr in der Mitte der Zeit dazwischen. Und eigentlich auch eine gute Gelegenheit nochmals an den Deutschen Spielepreis zu erinnern. Und natürlich würde es sich auch anbieten, um sich selber da ein Geschenk zu machen. Wobei es dafür ja keinen Anlas geben sollte.

All die Sachen die dann kamen, flogen mir zu, wie sich Ideen bei Autoren entspinnen, wen sie ein passendes Thema gefunden haben. Es sollte nicht zu groß sein. Es sollte sich verstecken lassen. Der Inhalt muss gut geschützt sein, wir hatten erst vor ein paar Jahren einen Schneehasen gebastelte, weil Ende März noch ein Meter Schnee lag. Und so vieles weitere Elemente kommen mir in den Sinn.

Die wichtigste Frage war, wieviel Erweiterungen sollten rein. Es sollten weniger sein, denn ich wollte nicht dieselbe Menge an Arbeit, wie mit dem Adventskalender haben, welcher echt verdammt viel Koordination erforderte (und derzeit auch wieder erfordert). ein guter Ansatz, war zu wissen, das ich pro Erweiterung mit einem Preis von 2 Euro rechnen konnte. Da die Box nicht zu teuer werden sollte, hatte ich mir ein Limit von 10 Erweiterungen gesetzt. Unterm Strich sind es dann 8 und ein Kartenpack geworden. Eine Zahl die ich sehr angenehm finde.

Selbst die Größe der Stanzteile war sehr früh fix. Wir wollten die Anleitungen drum machen, damit der Inhalt nicht sofort ersichtlich ist, und die Box auch geöffnet werden kann um die Teile einzeln im Garten zu verstecken. Einzig bei Colt Express gab es das Problem das dies nicht passte. Wir planten mit 2 Puzzleteilen, welche dann zusammengesetzt werden sollen. Das ist aber gar nicht so einfach, das dies immer perfekt funktioniert, was damit zusammenhängt, das die Stanzen selber immer noch zum Teil von Hand hergestellt werden. Die Lösung dann einfach die doppelte Größe zu nehmen und dies zu falten war dann eine erhellende Einsicht, die den ganzen Prozess einfacher machte. Leider ist so die Kontur des Millenniumfalkens weggefallen. Zumindest war das die erste Assoziation von Klemens, als er die Puzzleteile sah.

Jetzt wo das Osternest durch ist, bin ich sehr Glücklich mit dem Inhalt. Bis auf die Tatsache, dass ich vor lauter Stress vergessen habe, den Namen der beiden Autoren des Kartenspiels auf die Anleitung zu packen. Dabei ist doch der Jürgen Karla der Inhaber von dieser Seite und der Oliver Grimm auch ein langer Freund vom Jürgen und ein fleißiger Schreiberling drüben auf attila-products.

Fun Fact am Rande. Der Redakteur von dem ich am Anfang erzählte, hatte dann am Ende doch nicht mitgemacht, und so ist die angedachte Erweiterung nicht im Osternest gelandet. Leider.

Matthias Nagy

Autor: Matthias Nagy

Spieler für alles rund um Gesellschaftsspiele, Kartenspiele, Rollenspiele – und Vater. Lebt in Berlin-Friedenau.

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