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Extreme Kristallkugeling

Am Montag ist es soweit. Die Spieleszene wird zugrunde gehen…

Na gut, wollen wir die Lage nicht überdramatisieren – die Spieleszene wird auch die diesjährige Listenorgie der Jury überleben ;-) . Ansonsten wurde alles zur Lage der Preisträgerei gesagt und auch von allen. Zeit wieder den sinnlosen Seiten unseres Hobby zu widmen und versuchen vorherzusagen was nicht vorhezusagen ist: Das Wetter, die Lottozahlen und die diesjährigen Nominierten (letztere in diesem Post).

Dank des neuen Verfahrens sollte es diesmal leichter fallen, ein paar Treffer zu landen. Schwieriger dürfte die Vorhersage ausfallen, wo ein Spiel denn nun nominiert wird – da fehlt es ja schlicht an Datenmaterial.

7 Wonders ist da der große Lackmustest, der Grenzstein zwischen den beiden Listen. Es ist kaum anzunehmen, dass dieses Spiel fehlt. Aber auf welcher Liste wird es stehen? Ich tippe auf der Liste zum Könnerspiel. Das Spiel ist ja nicht kompliziert, aber es müssen eine Menge Kartenfunktionen verstanden werden. Es würde mich freuen, wenns dennoch als enfach genug fürs Familienspiel gilt, aber ich fürchte es kommt auf die Bekennerspielliste. Schelmisch könnte ich aber auch anmerken: Es kann auch gut sein, dass die Jury es auf die Liste setzt wo mehr Platz für eine fünfte Nominierung ist (was wohl die anthrazit farbene Liste sein dürfte)  ;-)

Asara ist der zweite Grenzstein in diesem Jahr. Hier fehlt es vielleicht etwas an Originialität, aber es spielt sich einfach gut. Ich tippe auf eine Nominierung bei den Familienspielern, schon allein weil das Thema bei Vielspielern mittlerweile Narkolepsie auslöst (was schade ist, denn spielerisch ists wirklich ganz ordentlich!) .

Von diesen beiden Jokern abgesehen wird es bei den folgenden einfacher:

Auf der Familienspielliste sehe ich (ausser Asara) weiterhin:

Blockers: Als Fan von Uptown ists doch klar, oder? Ich glaube aber tatsächlich dass es ein gut geeignetes Familienspiel ist – Klare Regeln, kurze Spieldauer, schön taktisch. Kann höchstens zu abstrakt sein oder es gilt als Legespiel nicht als spektakulär genug (so wie letztes Jahr Jäger & Sammler, dass unbedingt durch ein Partyspiel ersetzt werden musste…)

Qwirkle: Evenfalls abstrakt, ebenfalls intuitiv, ebenfalls vielleicht zu wenig spektakulär. Eines der beiden (Qwirkle oder Blockers) wird aber wohl schon drauf sein – aber beide? Kaum…

Mord in Arosa: Die Jury hat in den letzten Jahren originellen Spielen einen kleinen Bonus gegeben und das hier ist originell. Ich habs leider nicht spielen können, aber was man so liest, scheint der Wiederspielreiz hoch genug zu sein. Hiermit könnte die Jury zeigen, wie unterschiedlich interessante Spiele sein können. Es besteht aber auch die Gefahr, dass dieses Spiel in die Kinderspielecke gestellt wird. Aber hat das die Jury je abgeschreckt?

Die verbotene Insel: Von den vier hier genannten bin ich mir am sichersten bei dieser Nominierung. Gegen eine Nominierung spricht eigentlich nur, dass es zu dicht an Pandemie dran ist – aber Alhambra war auch dicht an Stimmt So dran und wurde sogar Spiel des Jahres. Was klar für die verbotene Insel spricht ist, dass es ein waschechtes Familienspiel ist. Pandemie wurde bereits nominiert, hatte aber a) das Pech gegen Dominion antreten zu müssen und b) war es doch noch ein bisschen Vielspielerig. Beide Probleme sind jetzt beseitigt. Insofern sehe ich in der verbotenen Insel sogar einen ziemlich guten Kandidaten für den Titel.

Auf der Kellerspielliste sehe ich  (außer 7 Wonders) :

Burgen von Burgund: Na ja gut. Wenn dieses Spiel nicht drauf ist, können sie den Preis gleich wieder abschaffen. Und das meine ich nicht nur wegen des (subjektiven) Spielspaßes, sondern weil es schlicht genau für die Zielgruppe entwickelt wurde, die der Kanterpreis ansprechen möchte. Und da kommt das Spiel gut an. Insofern würde mich die Abwesenheit schon wundern.

Pantheon: Ja, dieser Tipp ist ein Vabanquespiel, denn kaum ein Spiel polarisiert wie dieses. Es wird also davon abhängen, auf welcher Seite die Jurymitglieder stehen: Pro oder Contra Pantheon? Immerhin belebt das Spiel die Vielspielerszene und schon allein deswegen ist eine Nominierung gerechtfertigt.

Navegador: Die Rondellspiele waren aufgrund der Komplexität bislang ein No-Go für die Jury; gerade mal für eine Empfehlung hat es gereicht. Vielleicht nutzt die Jury ihre neue Beinfreiheit was komplexeres betrifft und schenkt Mac Gerdts eine Nominierung? Vielleicht liegt Navegador aber auch schon wieder außerhalb der Reichweite…

Firenze: Insofern ein gewagter Tipp, als dass ich das Spiel noch nicht gespielt habe. Nach allem was ich gehört oder gelesen habe, ist es aber genau die Art von soliden Vielspielerhandwerk, die gute Chancen auf eine Nominierung hat!

Wie fast immer werde ich falsch liegen. Daher nenne ich noch jeweils ein “Austauschspiel” dass ich mir ebenfalls gut auf der Liste vorstellen könnte. Bei den Familienspielern ist das Eselsbrücke. Das hätte den Vorteil, das auch wieder ein kommunikatives Spiel auf der Liste steht. Vermutlich wäre Blockers oder Qwirkle das “Opfer”, das Platz machen müsste. Gegen Eselsbrücke spricht, dass letztes Jahr ein kommunikatives Spiel gewonnen hat und das die Punktewertung oft und gerne  als “frustrierend” bezeichnet wurde. Kann man das Familien zumuten? Zudem ist es -bei aller Liebe, die ich für das Spiel empfinde – “nur” ein Memospiel und damit entspricht es vielleich den Klischeevorstellungen der breiten Masse zu sehr, was Spiele betrifft und kann so zu wenig fördern. Auf der Pennerspielliste fällt mir eine solche Titelnennung schwer: Strassbourgh ist vermutlich zu neu. Pergamon könnte es schaffen, aber da weiß ich nicht, ob der Wiederspielreiz lange genug anhält.

Soweit meine Tipps. Auf der Empfehlungsliste sehe ich vor allem: Mondo, Take it or leave it, Paris Connection und Luna. Alles andere ist natürlich möglich, aber die vier sind wahrscheinlich. Hoffen tue ich noch auf die bislang zu Unrecht untergegangenen Water Lily und Intrigo, zu letzteren ist gerade eine neue Rezi online gegangen.

So, jetzt zurücklehnen & bis Montag warten…

ciao

peer

P.S. Wer sich wundert, dass der Montagspost schon am Freitag erscheint: Da ich berufstechnisch am Montag nicht direkt alles kommentieren kann, aber das Post bei erscheinen nicht schon obsolet sein soll, poste ich dieses Mal etwas früher…

Peer Sylvester
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