Verlagsvorstellung Cubiko Games Limited

Diesmal geht die Reise nach England, wo ein netter Herr sein Spiel im eigens für das Spiel gegründeten Eigenverlag vertreibt. Cubiko heißt das Spiel, der Verlag passenderweise Cubiko Games Ltd. (Und für mich ist es immer wieder auch interessant zu sehen, wie unterschiedlich Leute auf meine Fragen reagieren…)

Bitte stelle Dich doch kurz unseren Lesern vor!

Name: ….Gavin Birnbaum

Geburtstag :…..22 Juni 1965

Nationalität:….Britisch

Beruf: ….Spieleerfinder

Adresse :……151 Studland Road, Hanwell, London,W7 3QY

Firmenname:………Cubiko Games Limited. Gegründet 2009

Bitte erzähle uns ein wenig über dein Spiel!

Cubiko wurde am 5. Juni 2009 veröffentlicht und gewann den Preis “Bestes Familienspiel 2009) auf der UK Games Expo.

Cubiko ist ein Tischballspiel für 2-4 Spieler ab 6 Jharen (jüngere Kinder dürften aber dennoch Spaß damit haben)

Das Spiel kommt aus einer 70mm hohen Holzkiste mit magnetverschlossenem Deckel. Der Deckel schützt die Spielfläche die 245mm x245mm mist und aus einem 3×3 Raster besteht. Die Spielfläche ist mit “schnellem” grünen Stoff bespannt. Der Stoff dämpft den Aufprall des Balles und liegt auf einem Stützkreuz auf, so dass die Spielfläche auch nach längerer Zeit nicht durchhängt.

In der Kiste sind ausserdem 12 Holzwürfel in verschiedenen Farben und zwei Flummis, die in einer 85mmx85mm großen inneren Holzkiste aufbewahrt werden.

Die Spieler versuchen zu punkten in dem sie ihre Würfel in geraden Linien oder innerhalb eines Feldes sammeln. Ein Würfel wird immer da platziert, wo der Ball landet, nachdem sie diesen von der Tischplatte abprallend auf das Raster gespielt haben. Während des Spieles werden die Würfel bewegt, verschoben, und vom Ball gestossen und aus dem Spiel geschossen.

Jüngere Spieler mögen die Ballphysik und das Spielerische: Das richtige Spielen des Balles (via Tischplatte) und dadurch das Bewegen der Würfel ist wichtig um das Spiel interessant zu halten. Ältere Spieler wissen das taktisch-strategische Element zu schätzen und werden während der spannenden Momente recht laut…

CUBIKO WORD. ist eine Wortspiel-Variante von Cubiko. Das Material ist identisch, wird aber durch 13 Buchstabenwürfel ergänzt.

Spieler punkten hier in dem sie Worte in den acht Kreisen auf dem Spielfeld bilden. Der Ball bestimmt wo ein Buchstabenwürfel gedreht oder versetzt werden kann. Und auch hier werden Würfel durch den Ball bewegt.

Was hast Du für die Zukunft geplant?

UK Games Expo…. Juni 2010
Essen Spiel…..Oktober 2010

Ich werde meine Spiele weiterhin über meine Webseite verkaufen, aber in diesem Jahr auch Vertriebe für möglichst viele Länder organisieren.

Die nächste Cubiko-Variante ist in der Entwicklungsphase. Die wird aber mehr Arbeit verlangen und so werde ich die erst machen, wenn meine ersten beiden Spiele beginnen Profit abzuwerfen!

Erzähle uns etwas über die Entwicklung von Cubiko!

Die Idee für Cubiko wurde inspiriert von der Metallhülle eines Spielzeugkoffers meines Sohnes. Meine erste Idee war es, diese Kiste nachzubauen. Das gelang mir nach ein paar Wochen auch, aber es war professionelles Schweißen notwendig und war so zu teuer für eine Produktion.

Die zweite Idee war, nur eine Platform auf Beinen zu bauen. Das funktionierte, benötigte kein Schweißen und ich konnte alles selbst machen und so die Kosten niedrig halten. Allerdings brauchte ich nun immer noch eine Kiste, wo das Spiel aufbewahrt werden konnte. Um die Kosten niedrig zu halten bestellte ich einige übergroße Kuchenkisten und verkleinerte die etwas. Auf die Kisten kam dann die Graphik direkt drauf. Die Qualität war in Ordnung also peilte ich als Veröffentlichungstermin die UK Games Expo am 5.6.2009 an. Mit nur drei Monaten zeit bis zur Veröffentlichung bastelte ich die Spiele zu Hause in meiner Freizeit. Jedes Spiel benötigte 5 Stunden Handarbeit, so konnte ich nur einige Exemplare in einer Woche zusammenbasteln.

Ich nahm 26 Spiele mit auf die UK Games EXpo und verkaufte die alle. Großartig, aber die Produktion war doch sehr inefficient – ich braucht eine bessere. Also richtete sich mein Blick auf China.

China – Juni 2009

Nach der Messe, mit Essen im Hinterkopf, suchte ich im Internet nach Firmen, die mir Holzkisten anbieten konnten. Die Kommunikation lief ausschließlich via Email und nach ein paar Wochen hatte ich einige Testexemplare aus China. Die Wahl der richtigen Firma war schwierig, denn ich wollte gute Qualität und niedrige Kosten. Schließlich wählte ich eine kostengrünstige Firma aus, in der Hoffnung, die Qualität würde mit der Zeit zunehmen. Ich bestellte eine kleine Auflage. Kommunikation war der Schlüssel. Emails wurden ausgetauscht, Zeit verging. Tage…Wochen…Monate. Schließlich bekam ich meine Spiele just an dem Tag, an dem ich sie auf den Laster laden musste, um sie rechtzeitig nach essen zu schaffen – Phew!

Das Hauptproblem der ersten Auflage lag im zerbrechlichen Design und schlechter Verpackung – dadurch kamen viele Spiele kaputt bei mir an. Diese Probleme sind jetzt beseitigt und das Hauptaugenmerkt liegt nun darin, den Qualitätsstandard zu halten.

Von dem Moment an, an dem ich die Idee für Cubiko hatte, machte ich alles selbst. Ich kann jedem mit einer guten Idee nur raten dasselbe zu tun. Es macht vielleicht nicht reich, was Geld betrifft, aber reich an einmaligen Erfahrungen!

Vielen Dank für das Interview!

Wie sich Cubiko spielt sieht man am besten hier.

Das Material ist wirklich sehr schön – Die Holzkiste erinnert mich an Holzspiele der 80er Jahren wie Mr Zero (das ist durchaus positiv gemeint). Das Spiel ist ein kurzes Absacker-Geschicklichkeitsspiel. Vom Anspruch und spielerischem her würde ich es mit Tumblin Dice vergleichen wollen: Es ist schnell erklärt, schnell gespielt und es entscheidet erstmal Geschicklichkeit (und mit etwas Übung auch etwas Taktik) über Sieg oder Niederlage. Der Spaß steht im Vordergrund. Etwas tiefgreifendes oder abendsfüllendes darf man wahrlich nicht erwarten.

Insofern ist Cubiko ein echtes “Geschmackssache”-Spiel: Das Segment, dass es bedient (10 minütiges Geschicklichkeitsspiel) bedient es perfekt. Wer aber doch ernsthaftere, langanhaltendere Kost bevorzugt oder gar Geschicklichkeitsspiele nicht mag, liegt hier falsch!

Das Material ist -wie erwähnt – topp. Das gilt aber nicht für die Spielregel, die unnötig verklausuliert daherkommt. Es zu schaffen eine Regel für ein solch simples Treiben so zweideutig zu formulieren, dass ich mir erst mal die Videos im Netz angucken musste, um alle Zweifel auszuräumen, ist auch ne Kunst. Ansonsten aber gibt es nichts zu meckern!

Autor: Peer Sylvester

Begann seine Spielerkarriere recht früh, weil sein Vater einen Gegner beim Schach brauchte. Berufswunsch in der dritten Klasse: “professioneller Schachspieler”. Lebt in Berlin und arbeitet als Lehrer für Mathematik und Chemie. Hat bereits erfolgreich seine ersten Spiele als Autor bei verschiedenen Verlagen veröffentlicht.