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Interview mit Z-Man-Games

Z-Man Games haben mich immer beeindruckt, denn die haben ein erstaunlich variantenreiches Sortiment bei dem für jeden etwas dabei ist. Ich hab mich mit dem Kopf, Zev Shlasinger unterhalten:
F: Stelle Dich doch bitte unseren Lesern vor!
A: Mein Name ist Zev Shlasinger, Präsident von Z-Man Games Inc. Im Jahre 2000 habe ich den Verlag gegründet um mein Lieblingssammelkartenspiel –Shadowfist – wieder auf den Markt zu bringen. Ich habe nie vorgehabt irgendetwas anderes zu veröffentlichen, aber die Pläne von uns Sterblichen sind ja bekanntlich kurzlebig. Jedenfalls stelle ich heute fest, dass ich zahlreiche Brett- Karten- und Rollenspiele veröffentlicht habe und immer noch veröffentliche. Zusätzlich veröffentliche ich jetzt auch Bücher (Babys First Mythos), Spielmaterial und Besonderes (Wie zum Beispiel die Dark Platypus Counter und Marker-Reihe, Cthulhu Schmuck usw.). I vertreibe immer noch Shadowfist.
F: Apropos Spiele: Pandemic erfreut sich großer Beliebtheit. Jedenfalls ist es unmöglich in Deutschland zu bekommen. Habt ihr den Erfolg unterschätzt?
A: Pandemic war nach 2 Wochen komplett ausverkauft. Es hatte einfach nicht die Zeit nach Deutschlandzu gelangen: Als die ersten Bestellenungen aus Europa eintrafen, hat der Nordameriaknsiche Markt bereits alle produzierten Spiele aufgekauft.
F: Erzähle uns bitte etwas mehr über die neuen Spiele: Wasabi, Genji und Middle Kingdoms. Ist dieses Jahr das Jahr des Fernen Ostens bei Z-Man?
A: Nun, es begann mit Shadowfist, meine Liebe mit dem Fernen  Osten… Aber das diese Spiele angekündigt sind ist reiner Zufall.
Wasabi ist ein Familienspiel, bei dem die Spieler Sushi herstellen. Spieler stellen Zutaten zusammen, um Rezepte zu erfüllen und wenn sie dies elegant tun, bekommen sie Wasabiwürfel als Bonuspunkte. Das Spiel wird deutsche und englische Regeln beinhalten.
Bei Genji geht es um den fiktiven japanischen Casanova gleichen Namens (der dieses Jahr seinen 1000jährigen Geburtstag feiern kann), der durch das Land reiste und Prinzessinnen mit Gedichten bezirzte. Die Spieler eifern ihm nach und versuchen Prinzessinnen zu “erobern”, die verschiedene Geschmäcker haben. Außerdem müssen die Gedichte die Jahreszeit und den aktuelle Geschmack des Hofes bei der Gedichtauswahl berücksichtigen. Es ist ein einzigartiges Spiel und das ist es, was mich daran angesprochen hat. Das Spiel wird übrigens auch französische und japanische Regeln beinhalten.
Middle Kingdom ist von Tom Lehmann, der ja gerade mit Race to the Galaxy Erfolge feiert. Es ist ein schnelles Bietspiel bei dem die Spieler versuchen eine gute Kombo aus Adligen, Farmern, Händlern etc. zusammen zu bekommen. All diese Spiele erscheinen im Juni oder Juli. Und natürlich haben wir noch eine ganze Reihe mehr in der Mache: Ideology, Neuroshima Hex, Traders of Carthage, Chinatown (da ist der Ferne Osten mal wieder!). Und im Herbst soll Cleopatras Caboose erscheinen.
F: Ideology ist schon seit langem auf meiner Einkaufsliste – Wird es Änderungen in der Neuaufage geben?
A: Die Änderungen betreffen hauptsächlich Graphik und Material: Wir haben beides verbessert. Außerdem gibt es noch ein paar Varianten und alternative Sonderfähigkeiten für 4 der 5 Ideologien. Oh, und es gibt ein deutsches Regelheft.
F: Wenn ich Dir einen Prototypen vorstellen möchte: Worauf sollte ich achten? Was wären Deine ersten Fragen?
A: Ich suche nach originellen Ideen: Sowohl Thematisch als auch vom Mechanismus her. Davon ab bin ich an allem außer an Sportspielen interessiert – Sportspiele interessieren mich nun einmal nicht.
Wenn ich einen Prototypen anfordere (was nicht immer der Fall ist, manchmal bin ich aus irgendwelchen Gründen einfach nicht an der Idee interessiert) will ich klare Regeln und Beispiele, die knifflige Regelfragen beantworten helfen. Dann wird das Spiel getesten und alles hängt davon ab, ob ich das Spiel mag.
Vielen Dank für das Interview!
Kleiner Tipp: Traders of Carthage ist ein ausgezeichnetes Spiel von Susumi Kawasaki mit einem sehr Michael-Schacht-mäßigem Mechanismus. Hier kommt es und Timing und gutes Handmanagement an und man bemerkt sehr schnell den Reiz, den das Spiel ausübt.Das sollte auf die Essen-Einkaufsliste!
ciao
peer

Peer Sylvester

Begann seine Spielerkarriere recht früh, weil sein Vater einen Gegner beim Schach brauchte. Berufswunsch in der dritten Klasse: “professioneller Schachspieler”. Lebt in Berlin und arbeitet als Lehrer für Mathematik und Chemie. Hat bereits erfolgreich seine ersten Spiele als Autor bei verschiedenen Verlagen veröffentlicht.
Peer Sylvester

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