Mach Geschichte! Ubongo vs. Ubongo-Mitbringspiel
Jul 23

Mach Geschichte! Teil 2

Peer Sylvester,  2007     Kommentar hinzufügen

So, dieses Post wird etwas unleserlicher sein: Ich hab im Urlaub keine Umlaute (liegen zu Hause auf dem Schreibtisch. Haha. Welch Witz).

Letztes Mal gings um Geschichten erleben, diesmal solls ums Geschichten erzaehlen gehen. Es gibt ein paar Spiele, bei denen geht es weniger ums gewinnen, sondern mehr um das Erzaehlen einer Geschichte (gewinnen tut natuerlich auch wer, sonst waere es kein Spiel). Kaum eine Spielegattung haengt so sehr von den Mitspielern ab, wie diese. Nicht nur: Moegen die Spieler sowas ueberhaupt. Sondern auch: Koennen sie sich kreative Geschichten einfallen lassen?

Die bekannteste Methode wird bei vielen Jugendreisen gepflegt: Ein paar Begriffe werden aufgeschrieben und ein Erzaehler muss diese moeglichst elegant in eine Geschichte einbinden. Das ist fuer so einen Anlass sicherlich ganz witzig, zumindest wenn gute Erzaehler mitspielen.
Der Nachteil ist, dass die Geschichten meist arg zufaellig, meist zu sehr um die Begriffe rumgeschraubt sind. Daher ist es kein Wunder, wenn diese Methode als Ausgangspunkt fuer eine ganze Reihe von Erzaehlspielen dient, die versuchen das Peroblem auf die eine oder andere Weise zu loesen:
Bei Es war einmal… geht es um Maerchen. Mit Maerchenbegriffen und einer “Maerchenende-Karte”, mit der die Geschichte beendet werden muss wird die Kreativitaet der Spieler in eine entsprechende Richtung gelenkt. Dadurch sind die Geschichten etwas konsistenter und die Spieler eher angeahlten tatsaechlich was zu erzaehlen und nicht nur zu plappern. Ausserdem koennen (und muessen) sich die Spieler mit Karteneinsatz ins Wort fallen - nur der aktive Spieler kann das Spiel beenden und damit gewinnen. Dadurch ist das Erzaehlen fuer jeden irgendwo aktiv. Andererseits muessen die Spieler auch tatsaechlich rechtzeitig ihre Karten nutzen. Ich hab schon Partien erlebt, bei der ein Erzaehler seine Karten durcherzaehlt hat, weil die anderen nicht aggressiv genug (oder ueberhaupt) auf Moeglichkeiten des Unterbrechens lauerten.
Aehnlich scheint Ja, Herr und Meister zu funktionieren (ich habs leider noch nicht gespielt), nur dass es um Ausreden geht, die man seinem boesen Ovewrload praesentiert. Hier kommt noch ein Bewertungsmechanismus dazu, der natuerlich ziemlich subjektiv ist: Der Overload-Spieler entscheidet, welche Geschichten ihm zusagen.
Story hiess ein Spiel mit diesem Mechanismus bei Hans im Glueck. ES ist aber imho das schwaechste der drei.

Ein zusaetzlicher Kniff kommt hinzu, wenn man sich die Begriffe merken soll. In England wird z.T. eine solche Variante anstelle des hier ueblichen “Ich packe meinen Koffer…” gespielt und man kann entsprechende Decks kaufen (z.B. Goosebumps). Hierzulande verwendet Max Kobberts Story vom Pferd (Auch als Think: Memo Crime erschienen) diesen Mechanismus. Hier taucht eher wieder das o.g. Problem auf, dass sich die Geschichten sehr den Begriffen anpassen und oft nicht wirklich spannend sind.

Eine andere schoene Methode ist, wenn die Begriffe nicht bekannt sind, sondern versteckt eingebaut werden muessen. Hier kann das alte Problem nicht wirklich auftauchen, denn die Begriffe sollen ja nicht zu deutlich werden. Carabistouille heisst ein entsprechendes Spiel, leider ist es kaum zu bekommen (Ich suche danach schon eine ganze Weile). Auch mein Dinner der Geheimagenten (beschrieben in meinem Buch Jam Dudel) verwendet diesen Mechanismus - allerdings wird hier gerade keine Geschichte erzaehlt insofern passt es wohl nicht so recht.
Ebenfalls spontan erzaehlen muss man bei Peter eggerts Quick & Dirty, bei der gezogene Begriffe in eine spontane Rede eingebaut werden muessen. Leider ist die Rede selbst fuer das Spiel ziemlich irrelevant, ist es doch im Prinzip eine Bingo-Variante mit Worten.

Ganz was anderes im wirklich tiefsten Wortsinn ist De Profundis. Es verwendet nicht nur einen voellig anderen Mechanimus, es ist nicht einmal klar, was fuer eine Art Spiel es ist: Rollenspiel oder Erzaehlspiel oder was anderes? Bei De Profundis schreibt man Briefe an Mitspieler, in denen von Lovecraftschen Horror erzaehlt wird. Durch das Schreiben bekommt die Geschichte einen sehr persoehnlichen Stil und es ist sehr spannend einen solchen Brief zu schreiben oder zu bekommen. Es ist vielleicht das am schwersten wirklich zu spielende Spiel, aber es ist auch eines der mit Abstand ungewohenlichsten und originellsten Spiele, die ich kenne.
Und ihr wisst: Ich habe einen Faible fuer alles wirklich neue…

ciao
peer




1 Kommentar zu “Mach Geschichte! Teil 2”

  1. sporb schreibt:

    Overload? Download?! Overlord!!!!!!!!!!!!!!111111111111elfelf

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