Mai 27

Genug davon! Interviewen wir lieber jemanden!

Peer Sylvester,  2007      

So, die Diskussionen im Spielboxforum drehen sich wie üblich um dieselben Themen. Ich muss mal dran denken meine Argumente als Wordfileabzulegen und dann jedes Jahr cut&Paste zu benutzen. Ich kanns nicht mehr wirklich sehen. Jedes Jahr dieselben Argumente, die letztlich darauf hinauslaufen “Mein Lieblingsspiel ist gar nicht zu kompliziert”! Und deswegen lasse ich die Diskussion wo sie hingehört und spreche über etwas anderes.

Nämlich über eggertspiele.

Eggertspiele gibt es ja schon ziemlich lange: 1996 wurde der Verlag gegründet und war ein regelmäßiger Aussteller bei der Essener Spielemesse. In den Fokus der Szene kam er aber so richtig erst, als Peter Eggert erstmals das Spiel eines Fremdautoren -Golbal Powers veröffentlichte. Es folgten Neuland und Power Soccer, Dolmengötter und schließlich Antike, mit dem eggertspiele schlagartig bekannt wurde. Seitdem sind noch John Silver, Space Dealer, Imperial und Guatemala Cafe hinzugekommen. Imperial schaffte es dabei überaschend auf die Empfehlungsliste der Spiel-des-Jahres-Jury. Ein super Erfolg, bedenkt man doch Spieldauer, Anspruch und Thema!
Ich kenne Peter Eggert von den Pfeffersäcken, einem Spieleclub in Hamburg. Dort hätte ich auch fast einen frühen Prototypen von Global Powers gespielt (nur fast, außer mir und Peter wollten alle lieber Rheinländer spielen, was wir dann auch taten). Naja, jedenfalls nutze ich diese Bekanntschaft schamlos aus, um dieses Blog mal mit einem Interview zu bereichern:

> Danke für das Interview! Stelle Dich doch einmal kurz vor!

Eggert: Ich bin Peter Eggert 48 Jahre alt verheiratet und habe zwei Kinder. Geboren bin ich in Hamburg und lebe da auch schon die ganze Zeit. Früher habe ich mal Brauer und Mälzer gelernt und dann meinen Diplom Oecotropologen gemacht, ist aber auch schon lange her. Vor gut 10 Jahren habe ich mein erstes Spiel das “Duhner Wattrennen” im Eigenverlag herausgebracht.

> Lange Zeit blieb eggertspiele ja ein Eigenverlag. Mit Global Powers hast du erstmals ein Spiel eines anderen Autoren veröffentlicht. Wie kam es zu der Zusammenarbeit?

Eggert: Ich war mal wieder auf einem Spieleautoren Workshop in Drübbern und wollte dort meine vermeintliche Herbstneuheit einem Härtetest unterziehen. Leider oder zum Glück habe ich wesentliche Teile davon zu Hause vergessen. Ich habe dann mit Leif seinen Prototyp “Weltmächte” getestet und fand den besser als mein Spiel, von der Dauer, Komplexität her und der Spielerzahl waren die beiden identisch und da habe ich mich entschlossen das Spiel mit ihm zusammen weiter zu entwickeln, da noch vieles zu verändern war.

> Seitdem hast du nur noch Spiele anderer Autoren veröffentlicht - Warum?

Eggert: Die Zusammenarbeit mit Leif gefiel mir sehr gut und beim nächsten Autorentreffen habe ich Tobias mit seinem Neuland kennen gelernt und das fand ich auch gut aber auch dort mußte noch vieles verändert werden aber ich hatte einen weiteren sehr netten und kompetenten Partner gefunden. Zusammen macht mir die Arbeit halt mehr Spaß und so geht das jetzt schon eine ganze Weile weiter und es kommen immer mehr dazu

> Wirst du auch wieder eigene Spiele machen oder konzentrierst du dich jetzt auf redaktionelle Arbeit?

Eggert: Bei all den tollen Prottotypen die ich bekomme, teste und weiter mit bearbeite bleibt mir aktuell keine Zeit an eigenen Spielen zu arbeiten, Ideen hätte ich aber schon.

> “Antike” gilt so ein bisschen als Durchbruch für eggertspiele. Was hat sich seitdem geändert?

Eggert: Mit Antike kam ein weiterer toller Autor (Mac) mit ins Boot und brachte auch gleich noch einen kompetenten Freund (Peter Dörsam), Tester und Finanzier mit. Damit hatten wir jetzt die Möglichkeit sehr viele Testrunden zu gestalten und so das Spiel ordentlich weiter zu Entwickeln. Zum ersten Mal hatte eggertspiele damit auch die Möglichkeit Spiele in größerer Stückzahl zu produzieren um gut ausgestatte Spiel zu marktfähigen Preisen auf den Markt zu bringen.

> Bei dieser Gelegenheit einen herzlichen Glückwunsch: Imperial hat es auf die Empfehlungsliste geschafft! Hast du mit einer Erwähnung eines deiner Spiele gerechnet? Was glaubst du wird die Erwähnung für Auswirkungen haben?

Eggert: Ich freue mich natürlich, das wir zum ersten Mal mit einem Spiel eine Empfehlung der Jury bekommen. Gerechnet habe ich damit nicht, da unsere Spiele nicht zur Erlangung des “Spiel des Jahres” gemacht werden. Schaden wird das sicherlich nicht, da unsere Bekanntheit dadurch weiter steigen sollte. Da unsere Spiele überwiegend von Fans und Freaks gekauft werden glaube ich nicht, das sich der Verkauf deutlich erhöhen wird, aber Wissen tu ich das natürlich auch nicht.

> In einem vergangenen Post hab ich eggertspiele als positives Beispiel erwähnt, als einen Verlag der Spiele abseits des Mainstreams veröffentlicht. Siehst du das ähnlich? Suchst du speziell entsprechende Spiele oder hat sich das so ergeben?

Eggert: Ich persönlich liebe halt komlexere Spiele mit einfachen Regeln, möglichst ohne Gücksfaktor, die etwas besonderes haben, davon gibt es nicht soviel, deshalb kommen Autoren mit solchen Prototypen zu mir und das veröffentlichen wir dann auch gerne. Ich kann mir zur Zeit auch keinen anderen Verlag vorstellen der Imperial oder Space Dealer veröffentlichen würde, insofern sind wir schon etwas abseits vom Mainstream, kommen da aber gut mit zurecht.

> Du hast ja das Logo von eggertspiele geändert: Wer hatte die Idee zu dem Fuchs? Hat der eine besondere Bedeutung?

Eggert: Die Idee zu dem Fuchs hatte ich, da unsere Spiele alle so pfiffig wie der Fuchs sein sollen. Die Form des Logos entspricht immer noch der Form der Pferde von unserem ersten Spiel dem “Duhner Wattrennen”.

> Was kannst du uns über die Zukunft von eggertspiele verraten? Welche Spiele können wir erwarten?>

Im Herbst wir es nach gut 10 Jahren auch mal wieder ein Rennspiel geben, diesmal gewinnt jedoch derjenige dessen Pferd letzter ist wenn das erste Pferd durch Ziel geht. Der Arbeitstitel ist noch “Change Horses” und kommt natürlich ohne Würfel und Ereigniskarten raus. Der Autor ist der Amerikaner “Bruce Whitehill”. Die Zweite Herbstneuheit kommt wieder von Mac Gerdts, wieder in Zusammenarbeit mit Peter Dörsam vom PD Verlag, Arbeitstitel “Civitas Hamburgum”. Es wird wieder ein Rondell geben, diesmal geht es allerdings um den Kirchenbau in Hamburg, also ohne Bewegung und Kämpfen aber mindestens genauso spannend. Für die dritte Neuheit konnte ich dann Michael Rieneck und Stefan Stadtler gewinnen, mit denen wir “Cuba”(Arbeitstitel) herausbringen werden, ein Spiel um Handel, Bauen und Gesetze in Cuba, hier ist nicht nur wichtig was man macht sondern auch wann man es macht.

> Vielen Dank für das Interview! Und viel Erfolg mit deinen Spielen! Klingt ja alles sehr interessant. Vielleicht kommt ja auch mal eines von mir bei dir raus ;-)

Abschließend möchte ich noch ein paar der jüngeren eggertspiele vorstellen. Leider muss ich zugeben, dass ich nicht so super vorbereitet bin: Leider nenne ich Imperial, Dolmengötter und Guatemala Cafe nicht mein eigen und habe die auch nicht gespielt… Was sich aber sicherlich ändern wird!
Aber ein paar kenne ich dann doch:
Antike: Ein Mittelmeerprügelspiel und davon gibt es viele. Dieses hier ist immerhin so gut, dass ich nach dem Kauf mein Mare Nostrum verscherbelt habe. Der Grund: Es spielt sich deutlich einfacher und regeltechnisch schlüssiger. Das Rondell sorgt dafür, dass jeder immer nur kurz dran ist - so halten sich selbst bei 6 Spielern Wartezeiten in sehr engen Grenzen. Zudem ist die Siegbedingung konstruktiv: Erreichte Ziele verliert man nicht, so dass auch die Spiellänge überschaubar bleibt. Wie bei vielen Spieler dieser Art gilt allerdings auch hier: Wenn sich zwei streiten freut sich oft der dritte. Angriffe sollten also überlegt sein. Ist dies bei einem Mitspieler nicht der Fall, kann er nicht gewinnen- seine Opfer aber wohl auch nicht! Aber das ist in “vernünftigen” Runden kein Problem. Für mich das beste Prügelspiel seit Vinci. Letzteres ist für mich allerdings immer noch unerreicht.
John Silver ist ein kleines Kartenspiel von Martin Schlegel. Der Clou ist, dass Karten in ein Raster abgelegt werden, bei dem jeder Spieler eine Reihe hat. Karten kann man aber überall wo noch ein Platz frei ist, anlegen. Wenn eine Reihe voll ist, bekommt der Spieler mit der höchsten Karte, diese und auch die zweithöchste. Die niedrigste und ggf. die zweitniedrigste Karte bekommt der Spieler mit der schwächsten Karte. Die Karten zählen am Ende Plus- oder Minuspunkte. Äpfel zählen für den Nachbarn! Das Resultat ist ein Spiel, bei dem man um-die-Ecke-denken muss. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob man wirklich “gut” spielen kann, oder ob man lediglich nicht “schlecht” spielen kann. Ungewöhnlich ist es auf jeden Fall und auch recht flott. Kartenspielfreunde sollten es sich mal ansehen, dürfen aber kein “Skat” erwarten!
Space Dealer hat ja in Essen die Fairplaywertung gerockt und das liegt an dem absolut innovativen Mechanismus, den sich der Tobias Stapelfeld (übrigens ein Studienkollege von mir) ausgedacht hat: Das Spiel dauert exakt 30 Minuten - die Zeit wird durch eine CD gesteuert. Während dieser Zeitspanne bauen die Spieler eine Raumstation aus und handeln mit Mitspielern. Auch das geschieht in Echtzeit, denn jede Aktion blockiert eine Sanduhr. Erst wenn die durchgelaufen ist, darf sie für eine andere Aktion benutzt werden. Anfangs sorgen die Sanduhren dadurch eher für Aktionslosigkeit als für Hektik, ist doch nichts zu tun, wenn beide Sanduhren, die dem Spieler zur Verfügung stehen, blockiert sind. Im Laufe des Spieles gilt es aber immer mehr Entscheidungen zu treffen und Zeit verrinnt und während man sich nicht entscheiden kann, was man macht, stehen Sanduhren ungenutzt herum und die Echtzeit verinnt und man gerät in Panik und…
Kurz gesagt: Nichts für Denker. Wer seine Optionen lieber in Ruhe prüft und seine Züge überdenkt sieht keinen Stich und wird an Space Dealer keine Freude haben. Auch Leute, die das Ungewöhnliche suchen müssen damit Leben, dass das Spiel nicht allzu interaktiv ist, das Spielfehler nicht rückgängig gemacht werden können (Regeln müssen vor dem Spiel absolut klar sein!) und das der Spielreiz sich zu einem nicht gerade geringem Teil aus der originellen Grundidee speist und es daher kaum zu einer dreistelligen Partienanzahl kommt. Unterm Strich ist Space Dealer aber ein gutes Spiel - von diesen Dreien knapp hinter Antike - das jeder Spieler zumindest aber enmal gespielt haben sollte; Das gehört zum “spielerischen Allgemeinwissen” dazu!

ciao
peer





Mai 22

Ankündigung

Peer Sylvester,  2007      

Am kommenden Montag wird hier ein kleines Interview mit Peter Eggert von Eggertspiele veröffentlicht werden.
Wer ihm Fragen stellen will, kann dies morgen und übermorgen tun. Ich leite die Fragen dann weiter.
ciao
peer





Mai 21

Die nominierten Spiele für den Titel Spiel des Jahres sind nun bekannt. Grund genug, die Frühjahrsumfrage auf spieleumfrage.de zu starten.
Diese beginnt ab dem 04. Juni und läuft bis zum 17. Juni. Alle Mitspieler sind natürlich wieder herzlich eingeladen, Ihre Meinung zu den einzelnen Spielen (und nicht nur den nominierten) abzugeben. Insgesamt können diesmal 290 Spiele bewertet werden.
Natürlich wird es auch wieder etwas zu gewinnen geben!

www.spieleumfrage.de





Mai 20

Neue Rezension: Kleopatra und die Baumeister

Jürgen Karla,  2007      

Obwohl das Spiel es nun doch nicht auf die Empfehlungsliste der Jury Spiel des Jahres geschafft hat, zieht Peer ein prinzipiell positives Feedback zu diesem Familienspiel. Positives und Negatives lesen Sie in seiner Rezension.


Kleopatra und die Baumeister

Kleopatra und die Baumeister

Bewertung:





Mai 20

Ihr könnt mich Gott nennen!

Peer Sylvester,  2007      

Ganz überraschend hat die Jury bereits deutlich vor 17.00 die Nominierungsliste zum Spiel des Jahres benannt:

Der Dieb von Bagdad
Die Baumeister von Arkadia
Jenseits von Theben
Yspahan
Zooloretto

Bemerkenswert unüberraschend - jedenfalls habe ich im letzten Blog 3 Spiele davon vorhergesagt. Außerdem schrieb ich sinngemäß “Portobello Market oder Dieb von Bagdad”. Das einzige Spiel, dass ich nicht auf dem Zettel hatte war “Jenseits von Theben”, was daran liegt, dass ich es nicht gespielt hatte. Es wurde im Vorfeld aber bereits öfter als SdJ-Kandidat benannt. Mein Tipp “Säulen von Venedig ist dagegen auf der Liste der empfehlenswerten Spiele (dazu gleich mehr).
Was wird es denn nun? Mein persönlicher Liebling sind die Baumeister von Arkadia - aber die sind vermutlich zu verkopft und abstrakt für den Hauptpreis. Lange Zeit hatte ich Ysphahan auf dem Zettel, aber davon bin ich aufgrund der Regellänge auch abgerückt. Ich denke Zooloretto wird das Rennen machen. Die Gründe: Es ist ein einfach zugängliches und doch nicht triviales Spiel mit attraktivem Thema. Die Regeln sind nicht zu kompliziert und ergeben sich aus dem Thema. Es ist gut in allen Besetzungen spielbar und weitestgehend ausbaufähig. Insofern alte ich Zooloretto für den diesjährigen Favoriten.
Ysphahan hat auch gute Chancen, Jenseits von Theben würde ich auch einen Überaschungserfolg zutrauen. Der Dieb von Bagdad ist imho der unwahrscheinlichste Kandidat. Für lange Spielbox-Threads ist es noch zu früh, aber ich denke, die Nominierungsliste wird so sicherlich eher auf verhältnismäßig wenig Gegenwind treffen.

So “vorhersehbar” die Nominierungsliste, so überraschend die Empfehlungsliste:
Alchemist
Burg Appenzell
Der Prestel Kunstmarkt
Die Säulen der Erde
Die Säulen von Venedig
Imperial
Jetzt schlägt’s 13
Notre Dame
Skybridge
The Kaleidoscope Classic
Wikinger
Würfel-Bingo

Immerhin die Säulen von Venedig, die ich als Nominierung getippt hatte. Dann Wikinger, Säulen der Erde und Notre Dame, die vermutlich zu regelintensiv für die Hauptnominierung waren. Aber: Imperial als Empfehlung - das ist schon mutig! Von den eggertspielen ist Imperial wohl dasjenige, mit dem niemand gerechnet hatte. Ist es doch ein reines Vielspielerspiel. Soll da vielleicht ein Sonderpreis vorbereitet werden?
Und die Oberüberraschung ist natürlich “The Kaleidoscope Classic”, von dem ich noch nie gehört hatte. Anscheinend eine Denkspielsammlung für Solospieler (mit ein paar Varianten für 2 und 3 Spieler). Muss ich mir mal ansehen. Skybridge ist auch überraschend, vor allem bedenkt man die nicht so positive Spielbox-Rezi. Jetzt schlägts 13 wurde teilweise vernichtend besprochen - das soll ein reines Glücksspiel sein. Aus der neuen Ravensburger-Reihe hat es Würfel-Bingo geschafft, dass wohl ein “neues Take it easy” sein soll. Dennoch ebenfalls eine Überraschung.

Also insgesamt: Vorhersehbare Nominierungsliste, überraschende Empfehlungen. Für den Hauptpreis setze ich mein Geld auf Zooloretto.

Und übrigens nachdem ich aufgrund guter Boardgamegeekwertungen schon an mir zweifelte las ich eine Besprechung von “Der Markt von Alturien auf dem Brettspiel-Blog. Resultat: Genau dasselbe wie in meiner Runde.

ciao
peer





Mai 13

Es ist mal wieder soweit…

Peer Sylvester,  2007      

Kommenden Sonntag wird die Jury ihre Nominierungsliste veröffentlichen. Das ist dann die Zeit, in der es ellenlange Threads über Für und Wieder im Spielefourm geben wird. Die Postings kann man grob in vier Gruppen einteilen:

1.) Die Hauptgruppe, die vergisst, dass es nicht um das “beste” Spiel des Jahres geht. Die Jury ist sich wohl bewusst, dass das nicht geht und wählt das Spiel “Das das Kulturgut “Spiel” am meisten fördert”, was immer das heißen mag. Witzigerweise sind sich die Leute bewusst, dass es nicht um das beste geht, aber sie versuchen dennoch ihr Post irgenwie zu legitimieren, entweder mit Semantik (”Naja, mag sein, aber im Prinzip, wird es doch als ´bestes´wahrgenommen”) oder Selbstillusion (”Ach, so kompliziert ist das Spiel nun auch wieder nicht”). Letzteres ist der häufigste Fall, entweder implizit oder explizit. Hauptproblem ist dass die meisten Leute (bzw. niemand) wirklich einschätzen kann, was zu kompliziert für den Hauptpreis ist, oder was die Jury dafür hält. Doch letztlich will jeder sein Lieblingsspiel oben sehen - Ein Phänomen, dass ich bereits besprochen habe. Da bleibt dann auch mal die Sachlichkeit auf der Strecke (Fairnesshalber muss ich gestehen, dass ich es auch doof finde wenn ein Spiel SdJ wird, dass ich nicht mag - da ich die komplett haben will bedeutet das nämlich dass ich ein Spiel kaufen muss, dass ich nicht will).

2) Eine ähnliche Gruppe wie 1 aber mit dem zusätzlichen Kick, dass sie vergessen, dass der SdJ mittlerweile nun mal eine gewisse Reputation hat. So verdient es vielleicht wäre, wenn ein 2-Spieler-Spiel oder ein Kriegsspiel oder ein Spiel mit “schwarzem Thema” gewinnt, so groß wäre doch der Schaden der dadurch entsteht. Wenn eine Familie ein Spiel kauft, mit dem sie nichts anfangen kann, nimmt der Preis Schaden. Und so kritisch man den Preis auch sehen kann: Er ist für die deutsche Szene essentiell (siehe auch nächster Punkt).
Aus dem gleichen Grund ist der Preis auch keine “Subvention”, die bestimmte Verlage treffen soll, um diesen zu helfen. Und so sehr Alea auch vielleicht einen Hauptpreis verdient hätte - sie müssen erst einmal ein entsprechendes Spiel produzieren. Sonst ist der Schaden unterm Strich größer als der (kurzfristige) Nutzen. (Torres soll ja den Bonus des “FX Schmid helfen” gehabt haben. Es ist eines meiner Lieblingsspiele, aber ich sehe auch, dass es keine geeignete Wahl war - aber das zeigen schon die Verkaufszahlen, die zu den niedrigsten eines SdJs der Post-Siedler-Ära gehören).

3) Dann sind natürlich noch die, die jedes Jahr betonen, dass sie sich für den Preis gar nicht interessieren. Ist natürlich legitim, aber wer das immer betont, kann dem Preis nicht gleichgültig gegenüberstehen sondern würde die Threads ignorieren, oder? ;-) Besonders mag ich die, die das noch mit einer lachhaften Aussage verknüpfen wie “So lange die Jury nicht “Here I stand” berücksichtigt, kann ich die nicht ernst nehmen”. In der Spieleszene ist der “Ich bin noch mehr Außenseiter als du!” - Snobismus zum Glück nicht so verbreitet wie unter Musikhörern (Ich höre viel -aber nicht nur - AlternativeRock und in der Szene herrscht die Meinung vor, dass eine Band umso besser ist, je weniger sie kennen und besonders je weniger sie mögen), aber eine solche Aussage ist schlicht lächerlich. Sie zeugt auch eher dafür, dass der Poster nicht verstanden hat, worum es beim SdJ geht, als sonstwas.
Übrigens würde ich so ein langes Post nicht absetzen, wenn ich nicht denken würde, dass der SdJ wichtig wäre. Der SdJ ist für die Szene essentiell. Er hält die Brettspiele abseits der Szene im Gespräch und hilft neuen Nachwuchs nachzuzüchten.

4) Alle anderen, auch die, die wissen wovon sie reden :-)

Und bevor ich ein Spiel verreisse (unterm Strich), meine obligatorischen Tipps für die Nominierungsliste (wobei die Jury immer ein abstrusen Spiel draufsetzt - das Unvorhersehbare kann ich aber nicht vorhersehen…) Im nächstwöchentlichen Post sehen wir mal, ob ich Recht hatte (meistens nicht…). Über die Kinderspielliste mache ich keine Aussagen - da kenne ich mich nicht aus. Ich hoffe aber, dass “Trötofant” nominiert wird.

Haupttipps:
Ysphahan: Kommt die Jury kaum drumrum. Sowohl originell, als auch gut. Könnte allerdings zu viele Regeln für den Hauptpreis haben. Die Buchmacher dürften das aber ganz oben auf der Liste haben.
Säulen von Venedig: In der Rezi hier auf der Seite habe ich ja ausführlich dargelegt, warum ichs für nominierungswürdig halte. Wenns draufkommt, hats auch Chancen für den Hauptpreis.
Baumeister von Arkadia: Sicherlich auch ein starker Kandidat, aber eventuell zu abstrakt und vor allem zu denklastig für den Hauptpreis. Gönnen würde ich es dem Rüdiger Dorn aber und mit dem Spiel hat er recht ordentliche Chancen.
Zooloretto: Hier ist die Frage, ob es rechtzeitig für eine Berücksichtigung erschienen ist und ob sich die Jury davon beeinflussen lässt, dass es “nur” eine Brettspielumsetzung eines Kartenspiels ist (wobei Alhambra darauf hindeutet, dass das nicht der Fall ist). Werden diese beiden Hürden genommen, dann ist das mein Tipp für den Hauptpreis. Thema und Mechanismus dürfte bei Wenigspielern sehr gut ankommen (und meiner Frau gefällts, und die definiert sich als Zielgruppe des SdJs)
Portobello Market: Ja, ich mags nicht und entsprechend ist das wohl der Tipp, der mir am schwersten fällt. Sollten nur 4 Spiele nominiert werden, fällt es wohl weg. Für den Titel spricht, dass es ein einfaches Familienspiel ist, dass bei Kritikern sehr gut ankommt (siehe Spielbox-Rezi). Dagegen, dass es imho das Kulturgut Spiel nicht wirklich fördert: Das Spiel ist einfach zu einfach. Das Hobby Brettspiel wird nicht wirklich adäquat vertreten - es ist ein Absacker, kein Hauptspiel.

Außenseiterchancen:
Dieb von Bagdad: Von den hier genannten traue ich diesem Spiel am ehesten zu, noch nominiert zu werden (anstelle von Portobello Market vermutlich). Es ist ein einfaches, schnell gespieltes und nicht triviales Optimierspiel. Für den Hauptpreis ist es aber wohl zu einfach (siehe Portobello Market), zu abstrakt und zu sehr Optimierspiel :-)
Wikinger: Wikinger spielt sich leicht genug, für ein SdJ - Wenn das Spiel und insbesondere die Wertungsregeln erst einmal verstanden sind. Und das ist eine gewisse Hürde, die vermutlich zzu hoch für eine Nominierung ist. Vielleicht aber auch nicht, daher bleibt eine kleine Nominierungschance. Vielleicht wäre es möglich gewesen die Wertungsregeln besser mit einem Thema zu verknüpfen, so dass sie einfacher zu verstehen gewesen wären?
Guatamala Cafe: Das einzige Spiel der hier erwähnten, das ich noch nicht gespielt habe. Nachdem was ich gelesen habe könnte, es durchaus genau den Spagat zwischen zu einfach und zu komplex schaffen, es ist zudem originell und die Jury würde einen neuen Verlag (eggertspiele) unterstützen. Richtig glauben, kann ich es aber nicht.
Taluva: Eigentlich überhaupt nur auf der Liste, weil beim Raten auf BGG sehr oft genannt. Vielleicht das obligatorische, abstruse Spiel? Vermutlich zu abstrakt, andererseits einfach von den Regeln, originell und schön. Ich kanns mir aber dennoch nicht wirklich als Familienspiel vorstellen.

Nicht nominiert:
Notre Dame: Trotz aller “Alea muss einen Titel haben”-Rufe: Ich denke nicht. Ja, die Regeln sind einfacher als bei den meisten Alea-Spielen, aber das Spiel selbst ist immer noch recht komplex (Großes Wirkungsgeflecht). Aber vor allem: Es fehlt das Spielerische. Macht Vielspielern wie mir und dir so eine reine Optimieraufgabe Spaß, so bezweifle ich, dass eine normale Familie damit was anfangen kann. Spielt mein Nachbar Notre Dame mit seinen 14jährigem Sohn? Ich glaube kaum.
Colosseum: Ja, es ist das Spiel, das mir im Kalenderjahr 2007 am meisten gefallen hat. Nein, ich denke nicht, dass es Spiel-des-Jahres-Material ist. Zu hoch ist die Spieldauer, zu lang die Regeln, zu unnachgiebig ist es gegenüber Fehlern.
Säulen der Erde: Überraschung, dass das hier steht? Wo doch alle meinen, DAS wäre nun endlich mal ein komplexes Spiel, welches einfach genug für den Hauptpreis ist? Ich denke: Illusion! Säulen der Erde ist ein gutes Spiel, aber es kein Familienspiel. Das Regelheft ist für unerfahrene immer noch eine Hürde (nicht dass es schlecht wäre, es gibt nur viel zu erklären) und nicht jeder hat einen erfahrenen Erklärbär in Rufweite. Das sieht man übrigens auch bei Kosmos so, jedenfalls meinte Fritz Gruber letztes Jahr in Göttingen “Zu Essen bringen wir wieder ein echtes Vielspielerspiel raus” - naja und Sudoku wird er kaum gemeint haben, oder?
Sonderpreis glaube ich übrigens auch nicht. Wenn ein “Literatur im Spiel”-Preis vergeben werden sollte, dann eher an ein Spiel von Kai Haverkamp. Unglaublich, was der Kai da schafft! (Und das schreibe ich nicht nur aus der wagen Hoffnung heraus, dass der Kai das hier liest, mich anschreibt und wir dann ein Spiel zusammen erfinden ;-) )
Space Dealer: Ein SF-Zugoptimierspiel mit Echtzeitkomponente auf der Nominierungsliste? Ich kenne Tobias und ich würde es ihm gönnen. Aber ganz ehrlich: Ich kann es mir nicht wirklich vorstellen. Oma und Opa kaufen Space Dealer für ihre Enkel? Und spielen das unterm Tannenbaum? Das auch nicht. Das höchste der Gefühle wäre ein irgendwie gearteter Sonderpreis, um den innovativen Mechanismus auszuzeichnen und -siehe oben - eggertspiele zu begünstigen.

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Interessant, dass derselbe Spieleautor für das Spiel, dass mir 2007 am besten gefallen hat verantwortlich ist, wie für das Spiel, dass mir dieses Jahr am wenigsten gefallen hat: Wolfgang Kramer. Colosseum ist bislang mein Lieblingsspiel dieses Jahres. Der Markt von Alturien wurde letzte Woche abgebrochen. Meine Güte, Der Markt belebt den Satz “Das ist wie Monopoly” wirklich neu! Nicht, dass das zwangsläufig was schlechtes wäre -Projekt Skyline spiele ich recht gerne - Aber der erste Teil der Alturien-Reihe ist spieldesigntechnisch wirklich Lichtjahre hinter aktuellen Spielen hinterher. Ist das wirklich ein Kramer-Spiel? Kaum zu glauben! Hier hat der Altmeister offenbar versucht, einem Klassiker (Monopoly) neuen Anstrich zu geben. Wesentlicher Unterschied: Es gibt keine eigenen Figuren mehr, sondern man kann eine von 6 Figuren per Würfelwurf bewegen. Resultat: Vor jedem Zug erstmal nerviges Abzählen. Und wer dann dennoch keine Figur auf eigene Häuser ziehen kann ist erstmal frustriert. Zumal zu fünft die Bauplätze schnell weg sind. Im Prinzip bekommt man für einen erfolgreichen Wurf 1-3 Geld. Meistens bekommt man in einem Viertel sogar noch einen Bonus von zusätzlichen 2. Glück und Unglück liegen also bis zu 5 Geldeinheiten auseinander. Ein neues Haus kostet 3 (bzw. 5 auf Spezialfeldern). Wer 2x am Anfang Pech hat liegt also so 2 Häuser hinter einem, der Glück hatte. Letzterer hat dann mehr Häuser, größere Chance was zu gewinnen… Wer reich wird, wird reicher. Zwar gibt es den Dieb als ausgleichendes Argument, aber auch mit dem läuft hinterher, wer am Anfang nicht genug Häuser bauen konnte. Naja, vielleicht gleicht es sich irgendwann aus, aber so lange haben wir die Würfel- und Zählorgie nicht gespielt. Durchgefallen! Durchgefallener sogar als Venedig!

So, ein langes Post geht zuende. Sind wir gespannt, was die Jury aus dem Hut zaubert!
ciao
peer





Mai 06

Metamorphosen

Peer Sylvester,  2007      

Kaum habe ich es erwähnt, schon flatterte es auf den Tisch: Zooloretto. Wer ausschließlich an Eindruck, Fazit und Spielablauf und so interessiert ist, möge einen Teil des folgenden Textes ignorieren.

Zooloretto ist nun die Brettspielvariante eines Kartenspieles und das ist ein ungewöhnlicher Weg. Der umgekehrte Weg -vom Brett zum Kartenspiel - ist da weitaus üblicher. Warum?
Nun, eine Kartenspielversion hat verschiedene Gründe:

- Das Sparen von Material: Wo sich eine 1:1 Neuauflage eines Brettspieles wohl nicht mehr verkauft müssen neue Anreize geschaffen werden (über Luxusausgaben hatte ich ja schon gesprochen). Ein möglicher Anreiz ist es eine günstigere Version zu schaffen. Und ein Kartenspiel ist da eine mögliche Methode (Beispiele wären Intrige von Amigo oder die Ogalalla-Kartenspielversion) und kann einem guten Spiel einen “zweiten Frühling” beschaffen (Garantiert ist das nicht: Sie Razzia/Ra).

- Kartenspiel als Konzentrat: Manchmal soll mit einem Kartenspiel die Essenz des Brettspieles transportiert werden. Wie beim letzten Beispiel gehts da in erster Linie um das Sparen von Material, aber zusätzlich wird auch beim Mechanismus alles Überflüssige entfernt. Beispiele sind z.B. die Inkognito und Cluedo Kartenspielversionen. Bei den jeweiligen Vorlagen liegt im Prinzip ein Kartenspielmechanismus vor, der jedoch mit viel Chrom verpackt wird. Wenn man den weglässt erhält man ein Kartenspiel. Die Gefahr ist jedoch, dass das Spiel nur noch Puristen gefällt (Das Ingkognito-Brettspiel lebte auch stark von der Athmosphäre) oder gar nicht mehr richtig funktioniert (Cafe International). Ein gutes Beispiel ist Zatre-Das Kartenspiel, dass sich anders spielt, als das Original, aber dennoch die Essenz einfängt. Auch Canal Grande - das Kartenspiel zu San Marco - gefällt mir gut (was aber paradoxerweise auch daran liegt, dass ich das Brettspiel nicht mag).

- Kartenspiel als einfachere Version: Manchmal nehmen die Verlage auch ein erfolgreiches Vielspieler-Brettspiel und vereinfachen es zu einer Kartenspielversion. Bestes Beispiel ist natürlich San Juan, als kleiner Bruder von Puerto Rico oder das in kürze erscheinende Caylus-Kartenspiel Magna Carta. Die Gefahr bei einer solchen Umsetzung ist natürlich dass beim Transfer vom komplexen zum einfachen das wesentliche flöten geht, das was das Urspiel ausgemacht hat weg ist. Bei SJ war das glücklicherweise nicht der Fall.

-Kartenspiel als ganz eigenständiges Spiel: Da wäre z.B. das Siedler-Kartenspiel. Etwas ganz anderes als das Ursiedler, etwas mit einem GRundmechanismus, aber der Rest ist anders. Das Brettspiel nutzt Brettspielmechanismen, das Kartenspiel Kartenspielmechanismen. Hier liegt wirklich mehr vor als nur eine Umsetzung.

Nun aber zum umgekehrten Fall: Brett- zum Kartenspiel. Der Grund ist natürlich klar: Gewinn zu erwirtschaften und das ist ein legitimer Grund. Doch aus spielerischer Sicht: Wo liegen die Vorteile? Material wird ja schon einmal nicht eingespart, im Gegenteil. Natürlich gibt es Kartenspiele, wo zusätzliches Material sehr gut denkbar wäre, z.B. Verräter. Aber bei den bisherigen Brettspielumsetzungen der letzten Zeit (Zoloretto, Bohnhansa, Tanz der Hornochsen) war das nun nicht unbedingt der Fall. Folglich muss Material hinzuerfunden werden und das wird sehr schnell als “Überflüssig” wahrgenommen: Ob man bei Tanz der Hornochsen jetzt Plättchen oder Karten hat ist letztlich egal (Anmerkung: Da ich Bohnhansa nicht gespielt habe, lasse ich es bei meinen nachfolgenden Betrachtungen weg). Dasselbe gilt für Zooloretto, besonders für die Holzwagen.
Als einziges sinnvolles Assessoir dient nun das Brett das eine differenziertere Wertung erlaubt.
Und da sind wir bei des Pudels Kern:

Die genannten Kartenspiele sind allesamt leichte Kost, die gerade durch einen pfiffigen Mechanismus bestechen. Jetzt gibt es bei der Umsetzung das Dilemma: Ich muss den Mechanismus auch im Brettspiel nutzen, sonst hat das Spiel nix mit der Vorlage zu tun. Der Witz des Urspiels war es aber gerade einfach zu sein, also darf das Brettspiel nicht viel schwieriger werden. Dann bleibt mir als Autoren aber nicht viel Spielraum.
Fazit: eine neue Wertung oder -wie bei Zooloretto - ein paar neue Beschränkungen und ein paar Sonderplättchen. Das Resultat spielt sich in der Tat fast wie das Kartenspiel, im Falle von Zooloretto vielleicht noch ein Zacken schärfer. Aber: Bedarf es da eines neuen Spieles? Kaum.
Zooloretto ist ein schönes Beispiel. Es sieht gut aus, hat ein passendes Thema und bietet im Vergleich zum Urspiel ein weiteres Dilemma (wer zu viel einer Sorte hat, bekommt ebenfalls Minuspunkte). Doch letztlich ist es nur Coloretto. In der flachen Abacusschachtel für 15€ hätte ich es mir vielleicht noch zugelegt, aber es spielt in einer Preisklasse wie z.B. Notre Dame. Und da kann es nicht mithalten. Ich hab es in Prinzip schon. Dasselbe gilt im übrigen fast genauso für Tanz der Hornochsen: Gutes Spiel, aber eben nur 6 nimmt! als Brettspiel.

Es bleibt also noch aus: Eine wirklich gelunge Transportation von Karten- zu Brettspiel. Eine die wirklich neue Zielgruppen anspricht. Quasi sowas wie das Siedler-Kartenspiel. Nur eben umgekehrt…

ciao
peer





Mai 02

Neue Rezension: Die Säulen von Venedig

Jürgen Karla,  2007      

…von Peer: Link

Viel Spaß beim Lesen!
Übrigens: Schon in Essen war das einer meiner Tips für eine Nominierung.