Jan 07

6 Spieler: Alhambra-Würfelspiel, Hart an der Grenze

Peer Sylvester,  2007      

6 Spieler sind eine Herausforderung für einen Spieleautoren: Im Allgemeinen benötigt man zu viel Material, die Spieldauer geht zu hoch und es gibt viele Synergieeffekte zwischen den Spielern. Zudem bringt kein Verlag ein Spiel heraus, dass nicht zu dritt funktioniert - und ein Spiel das mit 3 Spielern so funktioniert wie mit 6 ist sehr schwer auszutarieren. Resultat: Es erscheinen wenig Spiele für 6 Spieler. Und noch weniger, die mit so vielen Spielern auch gut funktionieren. Spielerunden die zu sechst sind, teilen sich daher gerne mal in zwei Dreierrunden auf. Aber wenn man sich extra trifft, um miteinander zu spielen?

Gestern kam es zu dieser Situation und wir spielten dann die oben genannten Spiele.

Das Alhambra-Würfelspiel wurde im Forum sehr auseinander genommen. Wundert mich nicht: Wesentlicher Bestandteil sind Würfel (und damit ein nicht zu verachtender Glücksfaktor) UND es ist ein weiterer Sprung auf den Alhambra-Zug.

Unnötig zu sagen, dass es mir Spaß gemacht hat…

Das Alhambra-Würfelspiel wurde im Forum mit der gewohnten Sachkenntnis als “wie Kniffel” beschrieben. Stimmt! - Wenn alle Stichkartenspiele “wie Skat” sind. Immerhin darf man drei mal Würfeln und es geht darum, gleiche Symbole auf möglichst vielen Würfeln mit möglichst wenig Versuchen zu schaffen. Die beiden, die das jede Runde am besten schaffen, bekommen für das jeweilige Symbol die bekannten Alhambra-Gebäude. Man muss also gar nicht gut würfeln - Nur besser als die anderen. Nach der 1., 3. und letzten Runde bekommen die mit den meisten (und später auch die zweiten und am Schluß auch die dritten) Gebäuden Siegpunkte. Daher lohnt es sich spätestens nach der 3. Runde gar nicht mehr auf alle Gebäude zu gehen - man kann nicht überall vorne sein. Das Ergebnis ist natürlich total glücksabhängig - ein Zockspiel eben. Aber eines, bei dem man wie beim Primus “Can’t Stop” ordentlich mitfiebern kann und mit jedem Wurf hoffen und bangen darf - auch bei den Mitspielern (wenn die versuchen ein eigenes Topp-Ergebnis zu übertreffen). Und das erwarte ich von einem Zockspiel - Bei “Verflixxt” hat mich immer gestört, dass diese Spannung fehlt - man würfelt und guckt dann, was man mit dem Wurf anfangen kann. Gähn. Wer Zockspiele nicht mag, wird dem Alhambra-Würfelspiel natürlich nichts abgewinnen können - aber wieso spielt der dann ein Spiel mit “Würfelspiel” im Titel? Was man dem Spiel aber ankreiden muss: Es dauert zu lang. Eine Stunde Spielzeit ist für ein Zockspiel zu lang. Auch wenn ich gewonnen habe. :-)


Alhambra - Das Würfelspiel

Alhambra - Das Würfelspiel

Bewertung:

“Hart an der Grenze” geht schneller. Hier muss geblufft werden: Man versucht Gegenstände über die Grenze zu bringen. Dumm nur, dass die wertvollen Dinge illegal sind. Also muss man hoffen, nicht vom Sheriff erwischt zu werden oder -wenn doch - diesen günstig bestechen zu können. Das spielt sich echt nett und ist für die “Lasst uns mal was zusammen spielen”-Runde gut geeignet (auch wenn’s schon spät wird - wie gestern). Allerdings ist das Spiel etwas fummelig und vor allem für ein solches Spiel etwas überproduziert. Die Koffer, in denen die Karten geschmuggelt werden, wurden von einem Mitspieler zu recht als “schön, aber unpraktisch” bezeichnet. Zudem bezweifel ich, dass das Spiel regelmässig auf den Tisch kommt. Es ist ein “Gelegenheitsspiel” - es muss auf seine Gelegenheit warten. Und ob die oft kommt?


Hart an der Grenze

Hart an der Grenze

Bewertung:

ciao

peer